USA, Frankreich und Großbritannien griffen Syrien an

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Schwere Explosionen in Damaskus
Schwere Explosionen in Damaskus - © SYRIAN GOVERNMENT'S CENTRAL MILI
Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz durch syrische Regierungstruppen haben die USA, Frankreich und Großbritannien zusammen Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland geflogen.

US-Präsident Donald Trump sagte, er habe “Präzisionsschläge” gegen Ziele angeordnet, die mit den mutmaßliche Chemiewaffen von Machthaber Bashar al-Assad in Zusammenhang stünden. Die Angriffe sind bereits beendet.

Waffendepots und Forschungseinrichtung

Nach offiziellen syrischen Angaben wurden bei dem Militärschlag mindestens drei Zivilisten verletzt. Die Opfer habe es bei der Bombardierung in der Region Homs gegeben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Samstag. Aus syrischen Armeekreisen hieß es, bei dem Angriff auf ein Waffendepot in Homs im Zentrum des Landes seien sechs Soldaten verletzt worden.

Nach Angaben von Sana gab es zudem Schäden in einer Forschungseinrichtung in dem Ort Barsah nördlich der Hauptstadt Damaskus. Dort sei ein Gebäude zerstört worden. Dank einer Warnung Russlands seien die von den USA angegriffenen syrischen Militärbasen bereits vor Tagen evakuiert worden, sagte ein hochrangiger Vertrauter von Assad.

Russland droht mit “Konsequenzen”

Die mit Assad verbündete russische Regierung reagierte wütend und drohte dem Westen mit “Konsequenzen”. Nach Angaben des Pentagon wurden drei Anlagen des mutmaßlichen syrischen Chemiewaffenprogramms angegriffen. Getroffen worden seien ein Forschungszentrum für Chemiewaffen in der Hauptstadt Damaskus sowie ein Lager und ein Kommandoposten für diese Art von Waffen nahe Homs, sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford. Die syrische Luftabwehr habe den Angriff zu erwidern versucht. Doch gebe es keine Informationen über Verluste unter den westlichen Truppen.

Nach Angaben des Pentagon wurden die Luftangriff nach kurzer Zeit vorerst beendet. “Die Welle der Luftangriffe ist vorbei”, sagte Dunford. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte, “derzeit” seien keine weiteren Angriffe geplant.

Trump bezeichnet Assad als “Monster”

Russland sprach nach dem Militärschlag von mehr als hundert abgefeuerten Marschflugkörpern und Luft-Boden-Raketen, die “vom Meer und aus der Luft auf syrische militärische und zivile Ziele” geschossen worden seien. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf eine Erklärung des Verteidigungsministeriums in Moskau. Die meisten dieser Raketen seien von der syrischen Luftabwehr abgeschossen worden, zitierte die Nachrichtenagentur TASS das russische Verteidigungsministerium

Trump bezeichnete es als Ziel der Operation, für eine “starke Abschreckung” hinsichtlich der Produktion, Verbreitung sowie des Einsatzes von Chemiewaffen zu sorgen. Er geißelte das Vorgehen Assads in dem Bürgerkrieg als “Verbrechen eines Monsters”. Trump machte aber deutlich, dass die Operation nicht auf den Sturz des syrischen Machthabers abziele. Dessen Schicksal liege in der Hand der Syrer, sagte er.

Abschreckung gegen chemische Waffen

Auch die britische Premierministerin Theresa May erklärte, es gehe bei dem Angriff darum, die Assad-Regierung vom weiteren Einsatz chemischer Waffen abzuschrecken. Der französische Staatschef Emmanuel Macron betonte: “Wir können die Normalisierung des Einsatzes chemischer Waffen nicht hinnehmen.”

Mit der Operation reagierten die drei westlichen Staaten auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma in der Region Ost-Ghouta. Dabei waren am Samstag dutzende Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Der Westen macht die Assad-Truppen für den Angriff verantwortlich. Kurz vor Beginn der Militäroperation hatte das US-Außenministerium mitgeteilt, Washington wisse “mit Sicherheit”, dass die Assad-Truppen in Ost-Ghouta Giftgas eingesetzt hätten.

Appell an Russland und Iran

Trump appellierte an Russland und den Iran, ihre militärische Unterstützung für Assad aufzugeben. “Welche Art von Nation will mit dem Massenmord an unschuldigen Männern, Frauen und Kindern in Verbindung gebracht werden?” fragte er.

Der Angriff der USA und ihrer Verbündeten auf Syriens Regierung ist nach Ansicht der syrischen Opposition auch eine Botschaft an Russland und den Iran. Die Angriffe zeigten, dass die westliche Mächte außerhalb der Vereinten Nationen aktiv sein könnten, sagte der Sprecher des in Istanbul ansässigen Oppositionsbündnisses Syrischen Nationalen Koalition, Ahmed Ramadan, am Samstag. Sie seien eine Antwort auf Moskaus Veto im UN-Sicherheitsrat.

(APA/ag.)

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