Angekündigte Strukturreform des Bundesheeres von neuem Minister Kunasek gestoppt

Akt.:
Kunasek stoppt die große Strukturreform des Bundesheeres.
Kunasek stoppt die große Strukturreform des Bundesheeres. - © APA
Hans Peter Doskozil (SPÖ) kündigte in seiner Amtszeit als Verteidigungsminister eine große Strukturreform des Bundesheeres an. Diese Pläne werden nun vom neuen Minister gestoppt. Man wolle die Verwaltung künftig schlanker und effizienter machen und mögliche Sparpotenziale heben.

Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) stoppt die große Strukturreform des Bundesheeres, die von seinem Vorgänger Hans Peter Doskozil (SPÖ) initiiert wurde. Das geht aus einer Anweisung, die der APA zugespielt wurde, hervor. Das Inkrafttreten der Organisationspläne “wird auf unbestimmte Zeit verschoben”, heißt es dort.

Große Strukturreform von Doskozil wird zurückgenommen

Die neue Struktur wurde Anfang 2017 eingenommen. Diese Reform war eine der größten Umstrukturierungen der vergangenen Jahre, fast 70 Prozent aller Dienststellen waren davon betroffen. Wie Kunaseks Sprecher im Gespräch mit der APA sagt, will das Ressort die gesamte Kommandostruktur evaluieren.

Ziel sei die von der Regierung angestrebte Verwaltungsvereinfachung. Man wolle die Verwaltung schlanker und effizienter machen und mögliche Sparpotenziale heben. Dass es dabei auch zu einem Wechsel bei den Führungspositionen kommen kann, wird vom Kabinett nicht bestritten.

Reform wurde formell nie beschlossen

Die Geschichte dieser Strukturreform ist etwas skurril, weil sie zwar schon vor über einem Jahr in Kraft getreten ist, formell aber nie beschlossen wurde. Die sogenannten Organisationspläne, die es braucht, um die neuen Jobs formell zu schaffen, wurden nie beschlossen. Damit übten bisher tausende Bedienstete Funktionen aus, die es eigentlich noch gar nicht gibt. Sie wurden nur dienstzugeteilt.

Bei der Reform wurde u.a. das Streitkräfteführungskommando in ein Kommando Land und ein Kommando Luft in Graz bzw. Salzburg überführt. Darüber hinaus wurden ein Kommando Logistik und ein Kommando Führungsunterstützung und Cyber-Defence in Wien geschaffen.

Weitere Kernpunkte des Konzeptes waren die Aufstellung von neuen Bataillonen, mehr Aufgaben und Verantwortung für die Militärkommanden sowie die Spezialisierung von Brigaden. Auch das Ministerium selbst, die sogenannte Zentralstelle, wurde neu organisiert.

Provisorium bleibt vorerst

Die Bundesheer-Bediensteten bleiben nach der Rücknahme der Strukturreform vorerst im bisherigen Provisorium. Das teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Im Sinne der Bediensteten wolle man die Evaluierung der Strukturreform so schnell wie möglich abschließen. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass sie in dieser Form nicht bleiben wird und das Heer wieder eine neue Struktur verordnet bekommt.

(APA/Red)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen