Allergologen-Kongress in Wien

Der Kongress findet in Wien statt.
Der Kongress findet in Wien statt. - © AFP Photo/Philippe Hugen
Beim Kongress der “Heuschnupfen & Co.-Spezialisten” in Wien werden bis zu 7.000 Allergologen erwartet.

In Österreich leiden rund 25 Prozent der Menschen an einer Allergie. Am Samstag (11. bis 15. Juni) startet in Wien der Kongress der “Heuschnupfen & Co.-Spezialisten” mit rund 7.000 erwarteten Teilnehmern. Es geht um die neuesten Erkenntnisse zur Diagnose und Therapie dieser Erkrankungen.

“Wir versuchen natürlich auch einen Fokus auf die Forschung in Österreich in Sachen Allergologie zu legen. Da geht es beispielsweise um die rekombinanten Allergene, mit denen wir uns seit rund 25 Jahren für die Allergie-Diagnostik und die Therapien durch ‘Impfungen’ beschäftigen”, sagte Barbara Bohle, Leiterin des Instituts für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien, gegenüber der APA. Sie ist eine der lokalen Kongressorganisatoren.

Aktuelle Forschungsprojekte werden vorgestellt

Bei den aktuellen Forschungsprojekten, welche in Wien präsentiert werden, sind zum Beispiel Biomarker, welche im Rahmen einer Hyposensibilisierungstherapie (“Allergie-Impfung”) bei den einzelnen Patienten möglichst früh eine Aussage darüber erlauben sollen, ob die Therapie auch wirklich erfolgreich ist. “Diese Behandlung muss ja drei bis fünf Jahre durchgeführt werden”, sagte Barbara Bohle. Im Rahmen der Immuntherapie gegen Allergien soll bei den Patienten durch die Gabe von langsam steigenden Dosierungen des jeweiligen Allergens eine Toleranz des Abwehrsystems erreicht werden. Am besten funktioniert das bei Insektengift-Allergien. Umgekehrt könnten solche Biomarker auch anzeigen, welche Erfolgschancen die Patienten jeweils haben.

Ein weiterer Schwerpunkt bei dem Kongress werden die Nahrungsmittelallergien sein. Auch dabei geht es um die Prävention und die Behandlung derartiger Krankheitsbilder.

Die häufigsten Allergien in Österreich

Allein rund 400.000 Österreicher leiden an einer Birkenpollen-Allergie, die auch eine Allergie gegen Apfel, Pfirsich, Haselnuss, Karotten und Sellerie bedeuten kann. Etwa 80.000 Kinder haben eine primäre Nahrungsmittelallergie. Durch Kreuzreaktionen wie Hausstaubmilbe-Shrimps oder Ragweed-Melone erhöht sich die Gesamtzahl der Lebensmittelallergiker in Österreich auf rund 600.000, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung der MedUni Wien. Für Nahrungsmittelallergien gibt es noch keine zugelassenen Immuntherapien, daher sei die Vermeidung des verursachenden Allergens noch immer die beste Methode. Allerdings werden echte Allergien bzw. Kreuzreaktionen oft mit Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln in einen Topf geworfen. Die Test-Industrie boomt.

(APA, Red.)

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