Albertina präsentiert ein Best-of der Fotosammlungen

Die Albertina präsentiert Fotos in Schwarz-Weiß.
Die Albertina präsentiert Fotos in Schwarz-Weiß. - © APA (Sujet)
Die Wiener Albertina eröffnet eine neue Ausstellungsschiene: In den kürzlich eröffneten 450 Quadratmeter großen Galleries for Photography sollen künftig Schauen aus der 100.000 Werke umfassenden Fotosammlung des Hauses gezeigt werden. Den Beginn macht ein Best-of der schwarz-weißen Bestände mit 112 Arbeiten.

Die ab 1999 unter Direktor Klaus Albrecht Schröder aufgebaute Fotoabteilung der Albertina speist sich im Wesentlichen aus drei Beständen: Der Sammlung der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt Wien, den Beständen des Fotobuchverlags Langewiesche und dem Altbestand der Albertina. Auch werden die Bestände entlang der bestehenden Schwerpunkte durch Ankäufe ausgebaut. “Jede der Sammlungen hat unterschiedliche Schwerpunkte, die sich kontrastieren, aber auch ergänzen”, freute sich Sammlungsleiter Walter Moser bei der Präsentation der Schau am Mittwoch über die breite Ausrichtung der Kollektion.

Die Albertina in Schwarz-Weiß

Entsprechend disparat präsentieren sich die Werke der aktuellen Schau, die meist nur der schwarz-weiße Farbton verbindet. So stehen Rudolf Koppitz’ berühmte Bewegungsstudien aus den 1920ern, die noch den Geist des Jugendstils atmen, neben Heinrich Kühns Piktoralismus-Arbeiten, mit denen der gelernte Arzt kurz nach der vorvorigen Jahrhundertwende den Impressionismus in die Fotografie bringen wollte.

Die Neue Sachlichkeit einer Lucia Moholy, die das Bauhaus in Dessau ablichtete, steht im Kontrast zur Street Photography US-amerikanischer Kollegen wie Lee Friedlander oder Ray K. Metzker. Während das eine streng komponierte Architekturstudien sind, handelt es sich bei den anderen um schnell erfasste Straßenszenen, die den Zufall und Augenblick ins Bild hineinziehen. Aus dieser Perspektive sind die ebenfalls vertretenen Werke von Helmut Newton der Sachlichkeit näher als den Menschenporträts.

Als jüngster Ankauf schließlich sind die privaten Arbeiten Manfred Willmanns zu sehen, der seinen Alltag im Bild festhält. Die ältesten Werke hingegen dokumentieren den Abbruch des Wiener Glacis um 1865. Die Albertina besitze heute den größten Bestand künstlerischer Fotografie in Österreich, unterstrich Direktor Schröder. Entsprechend könne man 100 Ausstellungen in vergleichbarer Qualität wie “Black & White” bestücken. Was dabei jetzt bereits feststeht: Es wird in absehbarer Zeit auch eine Schau mit den Farbfotografien der Sammlung geben.

(apa/red)

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