Abdullah-Zentrum verurteilte Morde an äthiopischen Christen in Libyen

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Das internationale Dialogzentrum in Wien (KAICIID)
Das internationale Dialogzentrum in Wien (KAICIID) - © APA
Das Abdullah-Zentrum als das internationale Dialogzentrum in Wien (KAICIID) hat die Morde an 30 äthiopischen Christen in Libyen als inakzeptables Verbrechen verurteilt.


Die zwischenstaatliche und interreligiöse Dialogorganisation lehne Gewalt in jeder Form ab, insbesondere Gewalt, die im Namen der Religion verübt wird, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

KAICIID verurteilt Terrorismus

Das Zentrum verurteile “Terrorismus auf das Strengste, egal durch wen, wo und zu welchem Zweck er verübt wird”, wurde in der Mitteilung festgehalten. Das Board of Directors von KAICIID erklärte, die Morde an äthiopischen Christen durch Terroristen des “Islamischen Staats” (IS) in Libyen seien “inakzeptable Verbrechen”. Diese Gewalttaten seien auch eine Attacke auf alle Menschen, die religiöse Werte hochhalten.

“Gewalt kann niemals durch Religion gerechtfertigt werden. Wir rufen alle Gläubigen dazu auf, ihre Stimme gegen diese verachtenswerten Taten zu erheben. Den Angehörigen und Gemeinden der Opfer sprechen wir unser aufrichtiges Beileid und unser Mitgefühl aus. Jenen, die Terror, Brutalität und Gewalt gegenüber anderen Glaubensrichtungen einsetzen, darf nicht gestattet werden, die Solidarität unter den Gläubigen und die universellen Menschenrechte zu schwächen – insbesondere die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.”

Unermüdliches Streben nach Frieden

Das Board of Directors ruft darüber hinaus alle Menschen, denen Vielfalt und diese universellen Rechte wichtig sind, dazu auf, unermüdlich durch Dialog, Verständnis und Nächstenliebe nach dem Frieden zu streben. Das KAICIID bekräftigt das Recht auf die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit und steht für den Respekt gegenüber allen Religionen ein. Ein gewalttätiger Angriff, begangen im Namen irgendeiner Religion, ist ein Angriff auf alle Religionen.

Kritik, weil Abdullah-Zentrum nicht verurteilte

Das von Österreich, Spanien und Saudi-Arabien gegründete “Abdullah-Zentrum” war in den vergangenen Monaten kritisiert worden. Im Konkreten vermisste beispielsweise die SPÖ eine Verurteilung der Auspeitschung des kritischen Bloggers Raif Badawi in Saudi-Arabien durch das KAICIID. Auch NGOs kritisieren die “katastrophale Menschenrechtssituation” im Golfstaat.

Die IS-Miliz hatte am Sonntag ein Internetvideo veröffentlicht, das zeigt, wie etwa ein Dutzend Männer an einem Strand in Libyen enthauptet und mindestens 16 weitere in einer wüstenartigen Gegend erschossen werden. Insgesamt sollen über 20 Menschen ermordet worden sein. Fast zwei Drittel der 90 Millionen Äthiopier sind Christen.

(apa/red)

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