Zika-Virus: Ausbreitung in Europa möglich

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Zika-Virus - Europa muss mit Ausbreitung in warmer Jahreszeit rechnen
Zika-Virus - Europa muss mit Ausbreitung in warmer Jahreszeit rechnen - © AP
Noch ist Winter in Europa, für die Über­träger ist es noch zu kalt, erklärt ein Wiener Tropenmediziner.

Doch in der wärmeren Jahreszeit ist es durchaus denkbar, dass Moskitoarten, die auch in europäischen Ländern vorkommen, auch für Zika-Krankheitsfälle in Österreich sorgen.

Ausbruch vom Zika-Virus

Das Virus wurde 1947 erstmals bei einem Rhesusaffen einer Forschungsstation im Zika Forest in Entebbe in Uganda isoliert. Seither gab es immer wieder Ausbrüche, zuletzt in Brasilien. Vermutlich durch die Reisefreudigkeit aufgrund der Fußballweltmeisterschaft 2014 breitete sich die Krankheit im vergangenen Jahr massenhaft in Lateinamerika aus. Laut US-Gesundheitsbehörde CDC sind in dieser Region 20 Länder von dem Ausbruch betroffen, zudem Samoa und Kap Verde (Stand: 23. Jänner 2015).

In this Dec. 23, 2015 photo, Dejailson Arruda holds his daughter Luiza at their house in Santa Cruz do Capibaribe, Pernambuco state, Brazil. Luiza was born in October with a rare condition, known as microcephaly. Luiza's mother Angelica Pereira was infected with the Zika virus after a mosquito bite. Brazilian health authorities are convinced that Luiza's condition is related to the Zika virus that infected her mother during pregnancy. (AP Photo/Felipe Dana)

Übertragen wird das Virus über Moskitos, wie etwa Aedes aegypti (Gelbfiebermücke), wie sie in Lateinamerika vorkommt, aber auch durch die in Italien, Südfrankreich und in Teilen Spaniens vorkommende Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke). Wenn also jemand mit einer Zika-Infektion nach Europa reist und dort von der ansässigen Tigermücke gestochen wird, ist eine weiter Übertragung der Krankheit möglich. “Mit Beginn der warmen Jahreszeit sollten wir achtsam sein”, so Kollaritsch. Auf ähnliche Weise hat sich im vergangenen Sommer in Valencia zum ersten Mal ein Spanier im eigenen Land mit dem Chikungunya-Virus infiziert.

Die Symptome vom Zika-Virius

“Für gesunde, immunkompetente Menschen verläuft eine Zika-Infektion unkompliziert”, sagte Kollaritsch vom Institut für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien. Denn in 60 bis 80 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit atypisch, d.h. der Infizierte bekommt es vermutlich gar nicht mit. Die Symptome können kurzandauernde Fieberschübe, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Hautausschlag sein, also nichts Außergewöhnliches. “Vergleichbar mit Röteln”, meinte Kollaritsch.

Für Schwangere ist das Zika-Virus jedoch nicht ungefährlich. Eine Infektion vor allem im ersten Trimester der Schwangerschaft könnte zu möglichen Schädelfehlbildungen des Ungeborenen führen. Je nachdem wann und wie heftig die Infektion zuschlägt, kann es zu schweren Behinderungen bzw. zum Tod des Kindes kommen, erklärte Kollaritsch. Frauen in Lateinamerika wurde aufgrund einer möglichen Mikrozephalie bereits davon abgeraten, in den nächsten Jahren schwanger zu werden. “Bereits schwangere Frauen sollten nicht in Gebiete reisen, in denen das Zika-Virus vorkommt”, meinte dazu der Wiener Tropenmediziner.

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Über weitere Übertragungswege ist wenig bekannt. Die WHO sprach davon, dass das Virus möglicherweise auch von Mensch zu Mensch gelangen kann. Es gab Hinweise, dass der Erreger über Blut übertragbar ist und es wurden Zika-Viren in Samenflüssigkeit nachgewiesen. “Eine Sexualübertragung ist denkbar”, meinte Kollaritsch. Doch dafür brauche es weitere Studien. Denn wenn das Zika-Virus tatsächlich durch Sex weitergegeben werden kann, ist eine viel raschere Verbreitung möglich. Bisher existieren weder eine Impfung noch Medikamente zur Krankheitsprävention.

(APA/Bilder: AP)

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