Wohnen in Wien: Wohnungspreise und Mieten steigen ungebremst

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Wohnen in Wien wird immer teurer
Wohnen in Wien wird immer teurer - © APA
Wohnen in Wien wird immer teurer. Der ungebrochen starke Wunsch nach realen Werten angesichts der Finanzkrise, die niedrigen Zinsen und der spürbare Zuzug nach Wien haben die Wohnungspreise heuer weiter in die Höhe getrieben.

Der Preis für neue Eigentumswohnungen erhöhte sich im Schnitt um 9,7 Prozent, gebrauchte Wohnungen kosten um 10,5 Prozent mehr und Mietwohnungen im privaten Sektor verteuerten sich um 6,6 Prozent, geht aus den jüngsten Daten von RESAG Immobilien und der Internetplattform FindMyHome.at hervor.

“Wir sprechen hier vom Privatbereich, über 50 Prozent der Wohnungen sind ja bereits gefördert”, betonte Resag-Geschäftsführer Stefan Linder am Montag, den 19. November bei einer Pressekonferenz und verwies auf die hohe Anzahl von Gemeindebau- und geförderte Genossenschaftswohnungen in Wien.

Nachfrage in Wien sehr hoch

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist nach wie vor sehr hoch – sie ist sowohl im Altbau- als auch im Neubau-Sektor ungebrochen und wird auch so bleiben, berichtete Linder. Während 1995 die meisten eine Grünruhelage wollten, gehe der Trend derzeit stark ins Zentrum – “sprich der 1. bis 9. Bezirk haben erhöhte Nachfrage”, so FindMyHome-Geschäftsführer Bernd Gabel-Hlawa. Das liege vor allem am jungen Publikum. Auch internationale Anleger aus Großbritannien, Italien und Frankreich interessieren sich verstärkt für Wien.

Insgesamt ist das Angebot an Eigentumswohnungen nicht groß genug für die hohe Nachfrage, daher steigt der Preis. Das belebt den Mietenmarkt zusätzlich. Da Wohnungssuchende oft nicht das Passende bzw. für ihr Budget Adäquate finden, entwickelt sich auch der Mietwohnungsmarkt positiv. Sowohl bei den Miet- als auch bei den Eigentumswohnungen wurden die Umschlagszeiten laut Resag in den vergangenen acht Monaten wesentlich kürzer – die Leerstandszeiten nahmen wesentlich ab. Teilweise sei ein neues Objekt bereits nach zwei bis drei Wochen ausverkauft. “Das hatten wir früher nicht”, so der FindMyHome-Chef.

160.000 bis 170.000 Wohnungssuchende

Auch der Langzeitvergleich verdeutlicht den Preisauftrieb auf dem privaten Wohnungsmarkt: Die Eigentumspreise kletterten zwischen März 2007 und September 2012 im Durchschnitt von über 2.500 auf über 3.800 Euro je Quadratmeter, geht aus den Angebotsdaten von FindMyHome.at hervor. Die Gesamtmieten (inklusive Steuern und Betriebskosten) legten im selben Zeitraum von 10,50 auf 14 Euro je Quadratmeter zu. Am Mietenmarkt erhöhten sich die Preise laut Gabel-Hlawa allein in den vergangenen drei Monaten um 3 Prozent.

In der Innenstadt würden mittlerweile wahnsinnig viele Prestigeobjekte gebaut, wodurch der Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen dort sogar bereits bei 9.131 Euro je Quadratmeter liege. “Natürlich gibt es bei Palais im 1. Bezirk Zeichen einer gewissen Überhitzung, aber im klassischen Bereich sehen wir keine Überhitzung”, so Helmut Hardt, Geschäftsführender Direktor der Wiener Privatbank (51-Prozent-Eigentümer der Resag Immobilienmakler GmbH).

Jeden Monat gibt es den Angaben zufolge rund 160.000 bis 170.000 Wohnungssuchende – nur 10 bis 12 Prozent davon seien “reine Anlagensuchende”, also Investoren, die eine Wohnung nicht für die Eigennutzung suchen.

(Red./APA)

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