WKR-Ball soll auch 2012 in der Hofburg stattfinden

Akt.:
1Kommentar
Der WKR-Ball 2012 findet wie geplant in der Wiener Hofburg statt.
Der WKR-Ball 2012 findet wie geplant in der Wiener Hofburg statt. - © APA
Eine Kündigung des Vertrages zwischen der Wiener Hofburg Kongrezzuenztum BetriebsgmbH und dem Veranstalter des Balls steht nicht zur Diskussion. Der umstrittene WKR-Ball soll auch im Jänner 2012 in der Wiener Hofburg planmäßig stattfinden.

“Das steht für uns nicht zur Diskussion”, erklärte Kongresszentrum-Geschäftsführerin Renate Danler am Mittwoch.. Man stehe zu rechtsgültigen Verträgen. Signale, dass der Veranstalter den Vertrag lösen will, gebe es ebenfalls keine, meinte Danler auf eine entsprechende Frage.

Muzicant und SOS Mitmensch pochen auf Absage

Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde und die NGO SOS Mitmensch geben sich nicht damit zufrieden, dass der umstrittene Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) nach 2012 nicht mehr in der Hofburg stattfinden wird – sie pochen auf eine Absage der Veranstaltung am 27. Jänner kommendes Jahr. Dass der Ball am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz über die Bühne gehen soll, empfindet Muzicant als “Provokation”, wie er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz erklärte.

WKR-Ball findet 2012 an jüdischem Gedenktag statt

Symbole und Gedenktage seien ein wesentlicher Teil der Antisemiten, Nazis und Rechtsextremen, so Muzicant. Die Szene wüsste genau, dass der 27. Jänner nicht irgendein Tag sei, sondern jener, an dem man die Auschwitz-Befreiung begehe. “Den WKR-Ball, also die Zusammenkunft einer ganzen Schar von Holocaust-Leugnern, von Rechtsextremen, von Nazis, von Neonazis, an diesen Tag zu setzen, ist eine Verhöhnung der Opfer der Schoah.” Wenn sich einige Herrschaften an diesem Tag in die Hofburg begeben, frage er sich, was sie tun: “Feiern die sozusagen die zwei Millionen Toten von Auschwitz, oder was? Tanzen sie sozusagen auf sechs Millionen toten Juden, oder was denken sich die dabei?”

Es sei ein “Skandal”, dass das offizielle Österreich jede Menge Gedenkveranstaltungen begehe, aber nichts tue. Er verstehe nicht, dass das offizielle Österreich vom Bundespräsidenten abwärts nicht einfach einen Weg finde, “diese Herrschaften aus der Hofburg hinauszuschmeißen”, kritisierte Muzicant.

WKR-Ball stellt Imageverlust dar

Nadja Lorenz von SOS Mitmensch forderte von den Pächtern der Hofburg, den WKR-Ball auch 2012 nicht zuzulassen und aus dem Vertrag auszusteigen – das einzige Risiko sei eine Pönale, also Geld. Eine Pönale stehe in keiner Relation zum Imageverlust der Republik, meinte Muzicant. Von den Spitzenpolitikern verlangte Lorenz, sich eindeutig gegen Rechtsextremismus und die Abhaltung des Balls am 27. Jänner zu deklarieren.

SOS Mitmensch drohen mit Aktionen gegen WKR-Ball

Auch der Autor Hans-Henning Scharsach, der über Verbindungen des Korporierten-Milieus zur FPÖ referierte, sprach sich für eine Absage der Veranstaltung aus. Heribert Schiedel, Rechtsextremismus-Experte des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW), verwies u.a. darauf, dass im WKR die Angehörigen der rechtsextremen Studentenverbindungen dominierten.

Findet der WKR-Ball wie geplant statt, werde es Aktionen geben, kündigte Alexander Pollak von SOS Mitmensch auf Nachfrage an, man sei gerade in der Planung.

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


1Kommentar

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel