Wiener Philharmoniker schaffen Flüchtlingsunterkunft

Die Wiener Philharmoniker im Wiener Musikverein.
Die Wiener Philharmoniker im Wiener Musikverein. - © apa (Sujet)
Ein ehemaliges Gasthaus in St. Aegyd in Niederösterreich wird ab 2016 in ein Heim für Asylsuchende umfunktioniert. Die Unterkunft wird von den Wiener Philharmonikern organisiert und finanziert. Es wird auf Unterstützung aus der Bevölkerung gehofft – dazu gibt es am 5. Dezember ein Benefizkonzert in St. Pölten.

“Integration ist immer wesentlich, wenn es um ein gemeinsames Wirken geht; ganz gleich ob es sich um Musiker in einem Orchester, um Einwohner innerhalb eines Staatengefüges oder um Mitglieder einer Interessensgemeinschaft handelt”, heißt es im dazugehörigen Folder der Philharmoniker, die mit ihrem Projekt “Wiener Philharmoniker Haus für Asylsuchende” einen aktiven Beitrag zur Integration leisten wollen. Das Gebäude soll möglichst rasch um 250.000 Euro angekauft und baulich adaptiert werden, sodass “so bald wie möglich” Asylwerber in die vier entstehenden Wohneinheiten einziehen können, wie Projektleiter Norbert Täubl im APA-Gespräch erläuterte. Ein Einzug wäre eventuell schon im Jänner möglich.

Das Haus für Asysuchende in Niederösterreich

Betrieben wird die Unterkunft künftig vom Diakonie Flüchtlingsdienst, das Engagement der Philharmoniker endet jedoch nicht mit der Aufbringung der Mittel für das Gebäude: Vielmehr handle es sich um eine nachhaltige Patenschaft. Man wolle nicht nur ein “Zeichen der humanitären Gesinnung” setzen, sondern “einen Raum für Verständigung eröffnen, von der alle langfristig profitieren, auch die Gemeinde und letztlich unsere Gesellschaft”. Der Gastraum des Hauses soll als Ort für Sprachkurse und Begegnungen adaptiert werden, die Philharmoniker wollen in dem Haus auch Kammerkonzerte anbieten und in direkten Kontakt mit den Bewohnern treten. Begleitet wird das Projekt sowohl wissenschaftlich als auch in Form einer filmischen Dokumentation. Die Bevölkerung sei bereits im Vorfeld in die Planungen eingebunden gewesen.

Wiener Philharmoniker hoffen auf Untersützung bei Benefizkonzert

Über die Crowdfunding-Schiene erhofft man sich innerhalb der nächsten 60 Tage Spenden von über 75.000 Euro, die in den Kauf des Hauses fließen sollen. Mit dabei sein kann man bereits ab 20 Euro, für die man eine Stofftasche mit einem noch zu bestimmenden Slogan erhält. Für 40 Euro gibt es Karten zu Generalproben des Orchesters, für 100 Euro ist man zur Eröffnung des Hauses eingeladen. Weiters gibt es u.a. VIP-Tickets für das Sommernachtskonzert (200 Euro) oder Stehplatzkarten für das Neujahrskonzert (500 Euro). Auch Tagesausflüge gemeinsam mit naturbegeisterten Philharmonikern stehen zur Auswahl (250 Euro). Für 2.500 Euro kann man eine von vier Patenschaften für eine Flüchtlingsfamilie übernehmen.

Über die Fortschritte und Aktivitäten des Philharmoniker-Hauses wird man sich auf zahlreichen Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram informieren können. Wer sich nicht (nur) via Crowdfunding beteiligen will, findet sich am 5. Dezember im Festspielhaus St. Pölten ein, wo im Rahmen eines Benefizkonzerts u.a. Valentina Nafornita und Michael Schade sowie Formationen wie etwa die Philharmonics oder Phil Blech mit Werken von Mozart, Schubert und Rossini auftreten.

(apa/red)

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