Wiener Gratis-Buch 2017: Stewart O’Nans Erfolgsroman “Letzte Nacht”

Stewart O’Nan ist der Autor des Gratis-Buchs 2017
Stewart O’Nan ist der Autor des Gratis-Buchs 2017 - © Stefan Joham / echo medienhaus
Es ist wieder soweit: “Eine STADT. Ein BUCH.“, die weltweit einzigartige Gratis-Buchaktion, steht in den Startlöchern. Ab 10. November 2017 werden in Wien wieder 100.000 Exemplare eines erfolgreichen Romans gratis verteilt – diesmal ist das Stewart O’Nans Erfolgsroman “Letzte Nacht”.

In Wiener Buchhandlungen und Büchereien sowie in vielen Filialen unterschiedlichster Kooperationspartner der Aktion “Eine STADT. Ein BUCH.” liegen die Bücher zur freien Entnahme auf. Offiziell eröffnet wird „Eine STADT. Ein BUCH.“ heuer am 9. November zu Mittag vor dem Eingang der BUCH WIEN, auf der Messe Wien.

“Eine STADT. Ein BUCH.”: Eine Erfolgsgeschichte seit 2002

Seit 2002 bringt die bei den Wienerinnen und Wienern ungemein beliebte Aktion jedes Jahr renommierte internationale Autorinnen und Autoren (darunter etwa auch Nobelpreisträger wie Toni Morrison, Imre Kertész oder Mario Vargas Llosa) nach Wien. Für die 16. Auflage konnte 2017 Stewart O’Nan für das Projekt gewonnen werden. In seinem Roman “Letzte Nacht” schildert er die letzten Stunden vor der Schließung eines Restaurants aus Sicht des betroffenen Filialleiters.

Wer seine „Eine STADT. Ein BUCH.“-Sammlung vervollständigen möchte, muss schnell sein – erfahrungsgemäß sind die Gratis-Bücher innerhalb weniger Tage vergriffen. Am 10. November liest Stewart O’Nan um 19 Uhr in der Wien Energie Welt Spittelau aus seinem Werk und wird auch Fragen aus dem Publikum beantworten. Auch eine Wiener Schulklasse wird O’Nan besuchen.

“Letzte Nacht”: Von Working Class Heroes und einer unglücklichen Liebe

Das Schicksal der „Red Lobster“ Filiale (diese Restaurantkette gibt es in den USA tatsächlich) ist längst besiegelt – die Konzernleitung hat ihre Schließung angeordnet: Zu unrentabel. Manny, der Leiter des Restaurants, versteht die Welt nicht mehr: was hat er übersehen, was falsch gemacht? So schlecht waren die Zahlen doch nicht! An einem grauen Dezember-Abend kurz vor Weihnachten öffnet er noch einmal die Türen seines Lokals. Für Sentimentalität bleibt ihm kaum Zeit, denn auch in diesen letzten Stunden hat er alle Hände voll zu tun. Wie durch ein Brennglas nimmt er dabei jedes Detail überdeutlich wahr. Denn Manny weiß: Ab morgen ist das Lokal, für das er alles gegeben hat, für immer geschlossen. Und dann ist da noch Jacquie, seine Kollegin, mit der er eine Affäre hatte und in die er immer noch verliebt ist. Wird er mit dem Restaurant auch sie verlieren?

Stewart O’Nan: Vom Flugzeugingenieur zum Erfolgsautor

Für Stewart O’Nan ist „Letzte Nacht“ „vor allem ein Roman über den Stolz, seine Arbeit zu machen – auch wenn man dadurch sicher nicht reich wird. Denn das ist doch faszinierend: Obwohl Manny natürlich niemals ein Restaurant wie das Red Lobster besitzen könnte, empfindet er es fast wie ein Lokal, das ihm gehört.“ Um die Abläufe in der „Red Lobster“ Filiale möglichst realistisch schildern zu können, hat der Autor penibel recherchiert und zahlreiche Interviews mit Mitarbeitern der Restaurant-Kette geführt: „Ich habe Kellner direkt darauf angesprochen, was von ihrem Alltag unbedingt in das Buch muss. Und sie haben mir etwa von Müttern erzählt, die ihre Kinder nicht unter Kontrolle haben, die dann – mit Cola und allem abgefüllt – das Restaurant vollkotzen. Und ich habe versprochen, das zu erzählen.“

Mit „Letzte Nacht“ ist Stewart O’Nan ein außergewöhnliches Buch über einen Mann aus der Arbeiterschicht gelungen, der unter widrigen Umständen und bis zuletzt versucht, einen guten Job zu machen.

Produktiver Literaturwissenschaftler ist Autor hinter der Gratis-Buch-Aktion

Auch Stewart O’Nans eigene Biografie liest sich spannend: 1961 in Pittsburgh – der einst florierenden amerikanischen Stahlstadt – geboren, arbeitete er mehrere Jahre als Flugzeugingenieur, bevor er an der Cornell University seinen Abschluss in Literaturwissenschaften machte. Seit er sich ganz dem Schreiben widmen kann, veröffentlicht Stewart O’Nan beinahe jedes Jahr ein neues Buch: „Jetzt, wo ich den Job als Autor habe, fühle ich mich, als müsste ich für die verlorene Zeit aufkommen.“

In seinen Romanen begleitet Stewart O’Nan häufig Menschen der amerikanischen Mittel- und Unterschicht, für die der amerikanische Traum immer genau das bleiben wird: ein Traum. Berühmt wurde der Autor u.a. mit „Die Speed Queen“, in dem Hauptfigur Margie Standiford in der Todeszelle auf ihr Leben zurückblickt. Sein Roman „Westlich des Sunset“, in dem er die letzten Tage des Autors Francis Scott Fitzgerald beschreibt, steht gerade vor der Verfilmung.

Weitere Details zu Autor, Buch, Programm und Verteilstellen von “Eine STADT. Ein BUCH.” finden Sie hier.

 

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