Wiener Forscher suchen Igel-Zähler und Pollentagebuch-Schreiber

Wer hat Lust auf wissenschaftliches Igel-Zählen?
Wer hat Lust auf wissenschaftliches Igel-Zählen? - © APA (Sujet)
Forscher der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien wollen mehr über das heimische Igel-Vorkommen erfahren und die Medizinische Universität Wien ihre Services für Pollenallergiker verbessern. Zu diesem Zweck setzen sie auf die Hilfe von “Bürgerwissenschaftern” und rufen per Aussendung zum Mitmachen auf.

Mit dem vom Wissenschaftsministerium im Rahmen des Programms “Young Science” geförderten Citizen Science-Projekt “Die Igel sind los! Punks in unseren Gärten” wenden sich die Forscher des Boku-Instituts für Integrative Naturschutzforschung an interessierte Gartenbesitzer. Derzeit können verstärkt Igelmütter mit ihren Jungtieren durch Gärten und Grünanlagen streifen. Als Kulturfolger seien die Tiere im Siedlungsgebiet mitunter sogar häufiger als in der offenen Kulturlandschaft.

Citizen Science: Wiener Unis rufen zum Mitforschen auf

Zur Beobachtung empfehlen die Wissenschafter eine indirekte Methode: Mit einem von britischen Forschern entwickelten “Igeltunnel” kann man sich sozusagen auf die Lauer legen, ohne die ganze Nacht wach zu bleiben. Der Tunnel wird abends mit Köder, Farbe und Papier bestückt. Am nächsten Tag kann anhand der Spuren am Papier festgestellt werden, ob ein Igel oder andere Tiere wie Mäuse oder Marder durch den Duft des Köders angelockt wurden. Mit ein wenig Übung könnten auch Laien Igelspuren leicht erkennen, betonten die Forscher. Nähere Informationen zum Projekt, zum Tunnelbau und einem Gewinnspiel finden sich unter igelimgarten.boku.ac.at.

Nach zusätzlichen Online-Tagebuchschreibern sucht der österreichische Pollenwarndienst der Medizin-Uni Wien. Das Projekt läuft bereits seit 2009, in 13 Ländern machen bereits über 150.000 Menschen mit. Seit 2013 gibt es auch eine “Pollen-App”, die weltweit rund 320.000 Mal heruntergeladen wurde. Durch die Einträge Betroffener erhalten die Wissenschafter wichtige Einsichten. “Je mehr Daten wir gewinnen, desto präziser werden die individuellen Vorhersagen”, so Projektleiter Uwe E. Berger.

Informationen finden Interessenten hier. Auch an der Uniklinik für Hals- Nasen- und Ohrenkrankheiten setzen Forscher auf Bürgerwissenschaft in Kooperation mit Hausstaubmilbenallergikern. Im Rahmen der Alpbacher Hochschulgespräche wird das Thema “Citizen Science” am Mittwoch ebenfalls in einem Arbeitskreis beleuchtet.

(apa/Red)

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