Wiener Deserteursdenkmal: Ballhausplatz als Standort fix

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Der Wiener Ballhausplatz wurde nun als Standort für das Denkmal fixiert. Der Wiener Ballhausplatz wurde nun als Standort für das Denkmal fixiert. - © APA/Sujet
Nach langem Tauziehen und monatelangen Diskussionen ist die Standortfrage rund um das projektierte Deserteursdenkmal in Wien nun geklärt worden.

Die Gedenkstätte für Opfer der NS-Militärjustiz wird am Ballhausplatz realisiert. Das gaben Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) und der grüne Klubchef David Ellensohn am Freitagnachmittag via Aussendung bekannt.

Das Denkmal soll noch 2013 stehen. 

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Deserteursdenkmal: Lange Standortfrage

Bis zuletzt war auch der Heldenplatz als möglicher Standort im Rennen. Eine Zeit lang schien es sogar, als würde dieser von den Verantwortlichen favorisiert werden.

Zuletzt hatte sich allerdings das Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz , das in die Gespräche miteingebunden war, strikt gegen den Helden- und für den Ballhausplatz ausgesprochen.

Bis zu 200.000 Euro Projektbudget 

Die Abwicklung des Projekts erfolgt über den städtische Einrichtung KÖR (Kunst im öffentlichen Raum). Das nötige Geld kommt aus der Kulturabteilung (MA 7). Kosten von bis zu 200.000 Euro seien budgetiert, sagte ein Sprecher des Kulturstadtrats Mailath-Pokorny.

“Der Standort ist ein würdiger Ort, um im Zentrum der Stadt, in der Nähe von Bundeskanzleramt und Präsidentschaftskanzlei an jene zu erinnern, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um nicht in der NS-Wehrmacht dienen zu müssen und jene, die von NS-Militärjuristen ermordet wurden”, hieß es in der gemeinsamen Aussendung von Mailath-Pokorny und Ellensohn.

Die Entscheidung gegen den geschichtsträchtigen Heldenplatz – Hitler verkündete hier am 15. März 1938 vor jubelnden Massen den “Anschluss” Österreichs ans Deutsche Reich – sei u.a. wegen anderer im Raum stehender Projekte am betreffenden Areal gefallen. Angesichts der geplanten Tiefgarage und eines vorgesehenen Tiefenspeichers für die Nationalbibliothek habe die Burghauptmannschaft – von ihr wird der Heldenplatz verwaltet – gebeten, “davon Abstand zu nehmen, das Denkmal hier zu realisieren”.

Wien als erstes Bundesland mit dem Projekt

Ähnlich hatte unlängst auch das Personenkomitee “Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz” argumentiert, das ursprünglich für den Heldenplatz als Standort plädiert hatte. Es gebe dort mittlerweile allerdings ein “Überangebot” an Inhalten und Projekten, weshalb man nun doch für den Ballhausplatz sei, hatte Obmann Thomas Geldmacher Ende September wissen lassen.

Die Errichtung eines Denkmals für Opfer der NS-Militärjustiz findet sich im rot-grünen Regierungsübereinkommen. Wien ist das erste Bundesland, das ein derartiges Projekt umsetzt.(APA)



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