WHO: Gefahr einer Vogelgrippe-Pandemie

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WHO: Gefahr einer Vogelgrippe-Pandemie
Die WHO hat vor der wachsenden Gefahr einer weltweiten Vogelgrippe-Epidemie gewarnt. Die Gefahr einer solchen Pandemie steige täglich. In der Türkei sind mindestens zwei Kinder an der Krankheit gestorben.

Die Vereinten Nationen fordern zur Bekämpfung der Vogelgrippe von der Staatengemeinschaft umgerechnet 1,1 Milliarden Euro. UN-Chefkoordinator David Nabarro sagte in New York, die Mittel seien für weltweite Anstrengungen zur Eindämmung der Tierseuche nötig. Sobald die Krankheit auch von Mensch zu Mensch übertragen werde, werde viel mehr Geld gebraucht. Zu der Geberkonferenz von Weltbank und Europäischer Union am 17. und 18. Jänner in Peking werden mehr als 90 Staaten und 25 internationale Organisationen erwartet. In der Türkei sind unterdessen zwei weitere Menschen an der Vogelgrippe erkrankt. Indonesien meldete am Donnerstag einen weiteren Todesfall. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) plant eine „Task Force“ gegen eine Vogelgrippe-Pandemie bei Menschen.

Bei den neuen Fällen in der Türkei handelt es sich um einen vierjährigen Buben und ein sechsjähriges Mädchen aus den südosttürkischen Provinzen Siirt und Sanliurfa, gab das Gesundheitsministerium in Ankara bekannt. Damit ist die Zahl der seit Ausbruch der Tierseuche in der Türkei Ende Dezember nachweislich infizierten Menschen auf 18 gestiegen.

Drei von ihnen waren in der ersten Jännerwoche gestorben. Die Geschwister im Alter von elf, 14 und 15 Jahren stammten aus der osttürkischen Kleinstadt Dogubeyazit an der Grenze zu Iran. Auch das elfjährige Mädchen, bei dem zuletzt noch Zweifel bestanden, war infiziert, ergaben Proben des Lungengewebes. Seit Ausbruch der Tierseuche wurden in der Türkei rund 355.000 Hühner, Enten und anderes Geflügel bei Massentötungen vernichtet. In elf Provinzen sei die Vogelgrippe definitiv nachgewiesen.

Beratungen über Geflügel-Stallpflicht

Die EU-Agrarminister wollen auf ihrem nächsten Treffen über eine Stallpflicht für Geflügel beraten und über den Vorschlag zu einer schriftlichen Deklarationspflicht, dass Reisende kein Geflügel importieren. Die EU ist für eine mögliche Vogelgrippegefahr vorbereitet, betonte Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V) am Donnerstag im Vorfeld der Eröffnung der weltgrößten Agrar- und Ernährungsmesse, der Grünen Woche in Berlin. „Seitens der Landwirtschaft wird man das, was die Veterinäre aus ihrer Expertise für erforderlich halten, auf Punkt und Beistrich umsetzen“, sagte Pröll zur APA.

In Indonesien ergaben Labortests die Infektion einer am Mittwoch gestorbenen 29-Jährigen mit dem aggressiven H5N1-Erreger. Das Resultat muss aber noch von der Weltgesundheitsorganisation WHO bestätigt werden. Weltweit starben nach Angaben der Organisation bisher rund 80 Menschen an der Vogelgrippe.

Die „Task Force“ der WHO soll als Beratungsgremium dienen, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Das teilte ein Beamter des japanischen Gesundheitsministeriums bei einem von Japan und der WHO in Tokio organisierten Treffen über Maßnahmen gegen eine Pandemie mit. Um die Vogelgrippe frühzeitig zu erkennen und einzugrenzen, sei es wichtig, die Überwachung in ländlichen Gebieten zu verbessern, geeignete Einrichtungen für Geflügelfarmen einzuführen und das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu schärfen. Die WHO erwäge auch die Entwicklung von neuen Anti-Viren-Mitteln.

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