White Miles mit neuem Album: “The Duel” soll für frische Schlagzeilen sorgen

Die White Miles gehen mit neuem Album auf Tour.
Die White Miles gehen mit neuem Album auf Tour. - © APA
Die Tiroler Rockband White Miles kam 2015 zu unfreiwilligem Ruhm, als sie für die Eagles Of Death Metal bei ihrer Europatour die Vorband gab – und damit auch den Terroranschlag auf den Pariser Club Bataclan, der 90 Menschen das Leben kostete, miterlebte. Die neue Platte “The Duel” soll nun andere Schlagzeilen schreiben.

Nämlich musikalische. Und diesbezüglich kann man Gitarristin und Sängerin Medina Rekic sowie Schlagzeuger Hansjörg “Lofi” Loferer kaum einen Vorwurf machen: Die elf neuen Songs der Platte, die ab 1. April erhältlich ist, machen das Beste aus der Reduzierung auf zwei Instrumente und pflügen durch allerlei Versatzstücke aus Stoner Rock, Blues und Alternative.

“Wenn man sich nicht auf ein Genre fixiert, ist es leicht, sich nicht zu wiederholen”, erklärte Rekic das Rezept, wie man die Herangehensweise frisch halte. “So machen wird das.”

White Miles: “Die Touren waren prägend”

Das Vorgehen nach Schema F ist für White Miles dementsprechend keine Option. “Wir haben grundsätzlich oft keine konkrete Vorstellung der Songs, sondern sie entstehen einfach durch das, was wir erleben”, sagte Loferer. “Auch die Touren, die wir gespielt haben, waren prägend.” Kein Wunder, hat man doch schon mit recht namhaften Kollegen die Bühne geteilt – neben den Eagles Of Death Metal etwa mit Courtney Love, Blues Pills oder Truckfighters. “Wenn man mit solchen Bands viel am Weg ist, hat das einen Einfluss. Aber es gibt keine bestimmte Art, der wir folgen, um unsere Songs zu schreiben. Die entstehen einfach im Moment.”

Dem pflichtete auch Rekic bei. Nicht zuletzt unterschiedliche Ansichten wären es aber, die den Stücken die letzte Würze verleihen: “Einen Song perfekt für einander zu schreiben, ist meiner Meinung nach unmöglich. Einfach weil Lofi, so wie ich, meist andere Vorstellungen hat, wie ein Lied fertig klingen soll. Aber das ist auch gut so. Genau deshalb kommt es zu diesen Songs, wie sie dann auf der Platte sind.” Als Kompromisse sollten Stücke wie “A(n) Garde” oder “Crazy Horse” deshalb aber nicht wahrgenommen werden: White Miles müssen sich mit diesen Endprodukten keineswegs vor der internationalen Konkurrenz verstecken.

Härter, dröhnender: Rock made in Austria

Auch im Vergleich zum Debütalbum “job: genius, diagnose: madness” (2014) hat man noch eine Schippe draufgelegt: Direkter, härter und scheppernder dröhnt es aus den Boxen, ohne dabei an Eingängigkeit und Eigenständigkeit zu verlieren. Eine Annäherung an die Live-Darbietungen des Duos? “Es hat sich sehr verändert. Jetzt ist es einfach rough, wie es von uns in dem Moment rauskommt”, so Loferer. Eingespielt wurden die Stücke live, “gemeinsam in einem großen Raum – ohne Metronom, ohne ständige Breaks, sondern in einem durch”.

Und neu sind auch die vermehrten Auftritte von Loferer am Mikrofon. Nicht nur diesbezüglich sei es ein Geben und Nehmen, wie er unterstrich. “Ich bin zwar kein Gitarrist und Medina keine Drummerin, aber man tauscht sich da doch aus und sagt: Hey, kannst du das vielleicht so oder so machen? Es ist ein gemeinsamer Prozess.”

On Tour: Konzerttermine

Ganz wird “The Duel” dem Bühnenerlebnis aber noch nicht gerecht – was ob der energetischen Konzerte des Duos auch schwierig werden dürfte. “Der Titel beschreibt uns auf der Bühne auf jeden Fall”, meinte Loferer. “Es ist ein Kampf, den wir da im positiven Sinne haben.” Auch Rekic fand deutliche Worte für die Auftritte: “Die haben den höchsten Stellenwert. Mit Live-Konzerten erreichst du den Höhepunkt deiner Gier, Begierde folgt darauf.”

Diese können White Miles in den kommenden Monaten ausgiebig befriedigen: Von Spanien bis Schweden reicht der Tourkalender im Frühjahr, bevor im Mai das heimische Publikum bedient wird. Am 14. Mai startet man in Dornbirn, Auftritte in Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg, Wien (27. Mai, Chelsea) und St. Pölten folgen. Und ein persönliches Highlight könnte der geplante Gig beim renommierten Showcase-Festival South by Southwest (SxSW) in Austin, Texas, werden. “Wir waren ja noch nie in den USA, das ist das erste Konzert”, freute sich Loferer.

>> Mehr Infos zur aktuellen Tour der White Miles gibt es hier.

(Christoph Griessner/APA)

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