Wenn die Armen kein Geld haben, sollen sie doch zum Bankomat gehen

Wenn die Armen kein Geld haben, sollen sie doch zum Bankomat gehen
© Gebrüder Moped
Gastbeitrag der Gebrüder Moped. Dieser Tage veröffentlichte die Hilfsorganisation Oxfam ihre aktuelle Studie zur weltweiten Vermögensverteilung: Die reichsten 62 Menschen besitzen mittlerweile mehr, als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Vor einem Jahr mussten noch ganze 80 Superreiche ihr sauer verdientes Hab und Gut auf die Waagschale legen, um die ärmere Welthälfte aufzuwiegen. Und die Marie dieser 62 Reichsten ist in den letzten Jahren sogar noch um 44% mehr geworden – nämlich insgesamt 1,76 Billionen Dollar.

134 Mio. Jahre Arbeit

Das sind natürlich Beträge, die sich der kleine Dreigroschen-Opa gar nicht mehr vorstellen kann. Daher zur Veranschaulichung: 1,76 Billionen Dollar entsprechen 1.610.000.000.000 Wurstsemmeln. Allerdings ohne Gurkerl. Eine Supermarktkassierin müsste für diesen Betrag übrigens nur wenig mehr als 134 Mio. Jahre arbeiten, und da ist das Urlaubs- und Weihnachtsgeld noch nicht einmal mitgerechnet, geschweige denn, dass dafür Sonntagsarbeit nötig wäre.

Halbe-Halbe im Kühlschrank

Oxfam hat sich übrigens auch in einer Prognose geirrt. Nicht wie angenommen erst heuer, sondern schon mit Ende 2015 besaß das vermögendste Prozent der Menschheit genau so viel wie die restlichen 99%. Auch hier der Fantasie auf die Sprünge geholfen: Schauen Sie einmal in Ihren Kühlschrank. Die obere Hälfte dessen, was drin ist, gehört Ihnen gar nicht! Sie gehört dem einen Prozent.

Minderheitenschutz

Und wie finden wir das? Spitze! Denn: 99% sind eindeutig die Mehrheit. Und 1% ist die Minderheit. Und Minderheiten sind zu schützen.

Vor den weltweit mehr als 50 Mio. Flüchtlingen, die diese Ungleichverteilung nachweislich produziert. Vor dem Terror, den Armut belegt verursacht. Und vor den unzumutbaren Bildern von jenen Menschen, die durch eben dieses System jährlich verhungern.

Auch hierzulande hat sich die Vermögenskluft laut dem Allianz Global Wealth Report seit dem Jahr 2000 enorm vergrößert. Daher der dringende Appell an die Verantwortlichen: Sorgen wir gemeinsam vor. Gehen wir auch sonntags arbeiten!

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