Vulkanasche schränkt Kulturbetrieb ein

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Zur Not kann man auch Flughafen musizieren.
Zur Not kann man auch Flughafen musizieren. - © AP
Absagen fast im Stundentakt: Die Kunsthalle Wien muss ihre “Detroit”-Ausstellung verschieben, das Gustav Mahler Jugendorchester ist auf einer Odyssee - und die Philharmoniker schafften es nicht nach Luxemburg.

Die durch den Vulkanausbruch in Island verursachte großräumige Sperre des europäischen Luftraums beeinträchtigt auch den österreichischen Kulturbetrieb. So musste die Kunsthalle Wien die für morgen, Dienstag, geplante Eröffnung ihrer “Detroit”-Ausstellung im project space um eine Woche verschieben, da es nicht alle Künstler und Kunstwerke rechtzeitig nach Wien schaffen können. Weitere Veranstaltungsabsagen gab es am Montag fast im Stundentakt.

Die Wiener Philharmoniker konnten am vergangenen Wochenende Konzertverpflichtungen in Luxemburg nicht wahrnehmen. Das Gustav Mahler Jugendorchester musste Konzerte in Paris und Amsterdam absagen und befindet sich derzeit auf einer Odyssee von Lissabon nach Wien, um plangemäß ihr morgiges Konzert im Musikverein spielen zu können.

Rechtzeitig auf Bahn und Auto umgestiegen

Im Musikverein muss das für heute Abend im Brahms-Saal geplante Hammerklavier-Konzert mit Malcolm Bilson auf den 25. Mai verschoben werden, beim morgigen Konzert des Küchl-Quartetts konnte für Solisten Tsuyoshi Tsutsumi rasch “innerphilharmonischer” Ersatz gefunden werden. “Wir sind im Moment glücklicher Weise in einer ruhigen Phase”, meinte heute Vormittag Musikvereins-Intendant Thomas Angyan, das nächste wirklich fragliche Konzert stehe mit dem “Tokyo String Quartet” erst am 26. April auf dem Programm.

Angyan selbst kam am Freitagnachmittag mit der allerletzten Maschine von Lissabon via Mailand nach Wien, während das Gustav Mahler Jugendorchester in Lissabon festsaß und erst gestern spätabends nach Dubrovnik fliegen konnte. Von dort ist man derzeit per Bus nach Wien unterwegs. Ob ein für Mittwoch in Stockholm geplantes Meeting der europäischen Konzertveranstalter stattfinden könne, sei derzeit mehr als fraglich, so Angyan, der sich an eine vergleichsweise gravierende Situation im europäischen Konzertbetrieb nicht erinnern kann.

Im Wiener Konzerthaus finden alle Konzerte wie geplant statt, da die anreisenden Künstler rechtzeitig auf Bahn und Auto umgestiegen sind. “Wir sind den Künstlern extrem dankbar, dass sie solche Mühen auf sich nehmen”, so eine Konzerthaus-Sprecherin.

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