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VIENNA.AT bat Frank Stronach zum Interview

Frank Stronach beantwortete im Interview mit Vienna.at Fragen rund um sein politisches Vorhaben. Frank Stronach beantwortete im Interview mit Vienna.at Fragen rund um sein politisches Vorhaben. - © APA
Frank Stronach, Gründer der Partei "Team Stronach für Österreich" stand VIENNA.AT im Interview Rede und Antwort.

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Herr Stronach, Ihr politisches Engagement ruft in Österreich enormen Widerstand hervor. Sie werden von vielen Seiten scharf attackiert. Wie erklären Sie sich das? Ist es die Angst anderer Parteien, Wähler zu verlieren?

Das System will verhindern, dass ich mich ausdrücke. Ich bin wirtschaftlich und politisch unabhängig und nehme mir kein Blatt vor den Mund. Die Machterhalter haben Angst, weil ich den Bürgern die Wahrheit sage. Aber meine Werte sind Wahrheit, Transparenz und Fairness.

Sie haben viel erreicht. Warum tun Sie sich das alles überhaupt noch an anstatt sich auf Ihren bisherigen Erfolgen auszuruhen?

Weil mir mein Gewissen sagt, dass ich etwas ändern muss. Es ist leicht zu kritisieren, aber man muss auch Lösungen anbieten. Die letzten 50 Jahre waren durch Machterhaltung, Selbstbedienung und Freunderlwirtschaft geprägt und selbst bei guter Wirtschaftslage wurden Schulden gemacht. Da kannst Du ja nicht zuschauen, sondern musst reagieren. Vor allem wenn du die Möglichkeiten hast. Ich will den Menschen und meinem Land etwas zurückgeben.

Woran krankt Europa und woran krankt Österreich? Wie konnte es zu dieser Euro-Krise kommen?

Ich habe immer schon gesagt, ich bin für ein starkes Europa. Durch die Einführung der Währungsunion wurden allerdings die Unterschiede der wirtschaftlichen Leistungskraft der einzelnen Länder nicht ausgeglichen und beseitigt, sondern vertieft. Ausserdem wird durch die Haftungsübernahmen der wirtschaftlich starken Ländern wie Österreich den wirtschaftlich schwachen Ländern jeder Anreiz genommen, ihre Strukturen zu verbessern.

Warum glauben Sie, dass der Euro eine schlechte Erfindung ist? Wird er überleben?

Er kann überleben, aber nur, wenn jedes Land seinen eigenen Euro hat. Eine europäische Kontrollbank kann die Geldmengen kontrollieren und die anderen Länder darüber informieren. Dementsprechend wird dann der Markt die Währung auf- und abwerten, wobei gewisse Bandbreiten festgelegt werden sollen.

Um die Moral österreichischer Politiker steht es nicht gerade zum Besten, wie auch der derzeitige U-Ausschuss zeigt. Warum ist das so und wie kann es besser werden?

Korruption ist nur ein übler Ausfluss des Systems. Wenn diese Untersuchungen in Ihrer Arbeit behindert oder sogar unterbrochen werden, ist das für mich ein Zeichen dass es etwas zu verbergen gibt. Die Bürger haben ein Recht zu wissen, was mit ihrem Steuergeld passiert, damit sie bei der nächsten Wahl entscheiden können, wem sie ihre Zukunft und ihr Geld anvertrauen wollen.

Was möchten Sie mit Ihrer neuen Partei erreichen?

Ich bin bereit meine Erfahrung einzubringen, meine Zeit und mein eigenes versteuertes Geld, um etwas zu einer Systemveränderung beizutragen. Ich habe hier keinen Eigennutzen und meine Belohnung wäre, wenn ich weiss, dass wir eine bessere Zukunft für die nächsten Generationen haben werden.

Wie geht es mit Europa weiter? Es gibt Stimmen, die sagen, Europa sei eben tot und Asien die Zukunft. Wie sehen Sie das?

Ganz einfach: Europa muss wieder wettbewerbsfähig werden. Wir sind überverwaltet und die Währungsunion treibt uns in den Ruin. Wir haben innerhalb Österreichs schon 4 Verwaltungsebenen, durch die EU gibt es noch eine fünfte Ebene obendrauf. In Brüssel werden zig tausende Vorschriften erlassen, die dann auf nationaler Ebene von einem Heer von Beamten umgesetzt werden müssen. Ich habe immer schon gesagt, die Arbeiter können in einer Fabrik noch so fleissig arbeiten, wenn vorne die Verwaltung zu gross ist, ist die Firma nicht konkurrenzfähig.

Was kann jeder einzelne tun, um die Lage Österreichs und auch die Europas zu verbessern? Müssen wir uns ändern? Wenn ja, inwiefern?

Wir müssen diese Freunderlwirtschaft abstellen und wieder bessere Produkte zu einem besseren Preis produzieren. Die Verwaltung muss schlank werden und durch Steueranreize sollen möglichst viele Firmen die Arbeiter am Gewinn beteiligen. Das macht uns wettbewerbsfähiger und nur so können wir unseren Wohlstand sichern.

Herr Stronach, zum Schluss erlauben Sie bitte zwei persönliche Fragen: Ein Mensch, der so viel erreicht hat, woran glaubt der? Glauben Sie an Wiedergeburt? Und wie wichtig ist Ihnen Geld?

Ich glaube an das Gute im Menschen und ich glaube daran, dass man mit Fleiß und Arbeit viel erreichen kann. Ich bin römisch-katholisch und gehe zwar selten in die Kirche, aber ab und zu setze ich mich nach einem schoenen Spaziergang auf einen Stein, denke ein bisschen ueber das Leben nach und spreche ein leises Gebet. Geld ist fuer mich ein Mittel zum Zweck.

Welcher Wunsch soll für sie in Erfüllung gehen? Was wünschen Sie sich für Österreich und Europa?

Ich wünsche mir, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg zum Glück findet.



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