Über 1.500 Flüchtlinge vor Libyens Küste am Donnerstag gerettet

1.500 Flüchtlinge wurden am Donnerstag gerettet.
1.500 Flüchtlinge wurden am Donnerstag gerettet. - © EPA/Sujet
Vor der Küste Libyens sind am Donnerstag nach Angaben der italienischen Behörden mehr als 1500 Bootsflüchtlinge gerettet worden. Zwei Syrer befinden sich indes in Salzburg wegen des Verdachtes der Beteiligung an der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat (IS) in Untersuchungshaft. 

Die Flüchtlinge hätten sich an Bord von insgesamt sieben Schiffen befunden, teilten die italienische Marine und die italienische Küstenwache im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

An den Rettungsaktionen seien neben den italienischen Helfern auch Kräfte der EU-Marinemission “Sophia” sowie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen beteiligt gewesen. Seit Jahresbeginn gelangten nach UN-Angaben vom November bereits mehr als 750.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa. Etwa 3.500 Menschen ertranken oder verschwanden während der gefährlichen Überfahrt. Die Überfahrten von Libyen aus hatten in den vergangenen Wochen abgenommen, wegen einer Wetterbesserung gab es nun aber neue Versuche zur Überfahrt in Richtung Europa.

Flüchtlinge wegen mutmaßlichen IS-Bezugs in Salzburg in Haft

Zwei Syrer befinden sich in Salzburg wegen des Verdachtes der Beteiligung an der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat (IS) in Untersuchungshaft. Die beiden Beschuldigten seien heuer als Flüchtlinge deklariert nach Salzburg gekommen, erklärte der stellvertretende Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Robert Holzleitner, am Donnerstag auf Anfrage der APA.

Salzburg. Bereits seit einigen Wochen kursierten in Medien Gerüchte, wonach zwei IS-Verdächtige in Salzburg in U-Haft sitzen würden. Heute hat die Staatsanwaltschaft Salzburg erstmals dazu eine Stellungnahme abgegeben. Die zwei Beschuldigten seien in Salzburg anderen Flüchtlingen und auch Freiwilligen Helfern aufgrund ihrer Schilderungen über ihre Beteiligung an kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien im Dienste des IS aufgefallen, erklärte der Staatsanwalt.

Als Flüchtlinge ausgegeben

Zum Stand des Ermittlungsverfahren gegen die beiden Syrer könne gesagt werden, dass es keine Anhaltspunkte für geplante Anschläge in Europa und keinen Konnex zu bereits verübten Anschlägen gebe, sagte Holzleitner. Aus ermittlungstaktischen Gründen seien derzeit keine weiteren Auskünfte möglich.

Bei den zwei Beschuldigten handle es sich um Männer im Alter “um die 20 Jahre”. Sie hätten sich als Flüchtlinge ausgegeben und seien in Salzburg als Flüchtlinge untergebracht worden.

Rund 60 Mio. Menschen 2014 weltweit auf der Flucht

59,5 Millionen Menschen waren im Jahr 2014 weltweit auf der Flucht – das ist der höchste Stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Das geht aus dem UN-Weltbevölkerungsbericht hervor, der am Donnerstag präsentiert wurde. Die steigenden Anforderungen in der humanitären Hilfe führten im Jahr 2014 zu einer Finanzierungslücke von 7,5 Mrd. US-Dollar. Besonders gefährdet in Krisen sind Frauen und Mädchen.

“Wir befinden uns in einer Zeit, die so überschwemmt von Krisen ist, dass alle UN-Organisationen große Schwierigkeiten haben, ihr Mandat auszufüllen”, sagte Ingo Piegeler vom UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) bei der Pressekonferenz der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung und des UNFPA in Wien. Im Bericht wird vor allem ein besserer Schutz für Mädchen und Frauen in humanitären Krisen gefordert. Insgesamt brauche es verstärkte Investitionen in den Katastrophenschutz, so Piegeler. Rund 60 Prozent der humanitären Hilfe gehen in die Katastrophenhilfe, 35 Prozent in Sanierung und Wiederaufbau. Nur fünf Prozent der Mittel entfallen auf die Vorsorge.

Rund eine Milliarde Menschen, das sind etwa 14 Prozent der Weltbevölkerung, lebt derzeit in Konfliktgebieten. Mehr als 100 Millionen Menschen benötigten 2014 humanitäre Hilfe. Rund ein Viertel von ihnen waren Frauen zwischen 15 und 49 Jahren.

(APA)

 

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