Twin City Liner auf Grund gelaufen!

Twin City Liner rammte das Ufer in Wien
Twin City Liner rammte das Ufer in Wien - © APA
Der Twin City Liner, der am Donaukanal zwischen Wien und Bratislava verkehrt, ist am Dienstagnachmittag auf Grund gelaufen. Laut ersten Informationen wollte der Kapitän des Schnellkatamarans einem Baumstamm ausweichen und rammte dabei das Ufer beim Erdberger Steg.

Nach ersten Informationen wurde niemand verletzt, 52 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder befanden sich an Bord, sagte Polizeisprecher Herbert Bahl zur APA. “Das Boot dürfte noch feststecken und hat einige Bäume gerammt.”

Der Schnellkatamaran rammte gegen 16.50 Uhr bei der Rotundenbrücke in Wien-Leopoldstadt das Ufer und steht mit einer Tragfläche an Land, so Bahl. “Laut dem Kapitän ist ein circa 1,5 Meter langer Baum im Wasser geschwommen. Er wollte ausweichen, dann ist es sich vom Platz her nicht mehr ausgegangen.” Das Schiff befand sich auf dem Weg nach Bratislava. Die Passagiere wurden über eine Leiter von der am Ufer stehenden Tragfläche in Sicherheit gebracht.

Der Zusammenstoß des Twin City Liners mit dem linken Ufer des Donaukanals dürfte äußert glimpflich verlaufen sein. Der Betreiber hofft, das Schiff nach einer kurzen Inspektion wieder einsetzen zu können. “Es gibt keinen Wassereintritt an Bord”, sagte Unternehmenssprecher Dieter Pietschmann zur APA. Möglich sei, dass es gar keinen Schaden gebe. Die 52 Passagiere wurden unverletzt geborgen und gegen 18.00 Uhr mit einem Bus-Ersatzverkehr weiter nach Bratislava befördert.

“Grund war ein Baumstamm, den hat der Kapitän zu spät gesehen”, so Pietschmann zur Unfallursache. “Eigentlich sollte das nicht sein, dass Treibgut auf der Donau schwimmt.” Möglicherweise sei dafür das Hochwasser der vergangenen Tage verantwortlich. Das Schiff sei vorschriftsmäßig mit 30 bis 40 km/h unterwegs gewesen.

Der Schnellkatamaran liegt seitlich am Ufer des Donaukanals auf einer Kufe. Das Boot werde jetzt rasch an Land gezogen und zur Kontrolle in den Wiener Hafen Freudenau transportiert, erklärte Pietschmann. Ob es Dellen oder Ähnliches gebe, könne man noch nicht sagen, ersichtlich sei ein Schaden derzeit jedenfalls nicht. Wird keiner festgestellt, könnte der Twin City Liner bereits am Mittwoch wieder planmäßig verkehren.

Auf der Route fahren im Normalbetrieb zwei Schiffe, muss der am Dienstag gestrandete Twin City Liner doch zur Reparatur wird dieser mit einem Boot aufrechterhalten. “Wir werden den Fahrplan dann teilweise kürzen”, so Pietschmann. Für Dienstagabend sehe der Plan jedenfalls keine weitere Fahrt mehr vor. Am Mittwochmorgen sollte um 8.30 und 9.00 Uhr je ein Schiff Richtung Bratislava starten. Dauert die Inspektion bzw. Reparatur länger, werden die Passagiere umgebucht und mit einem Boot dorthin gebracht.

Möglicher Grund für den glimpflichen Ausgang: Erst im Frühjahr wurde der Rumpf der Boote mit schusssicherem Kevlar-Material, das auch bei Polizeischutzwesten und Formel 1-Wagen zum Einsatz kommt, verstärkt, so Pietschmann. Grund für diese Entscheidung war die Erkenntnis, dass Kiesel bei seichte Stellen leicht für eine Beschädigung sorge.

Der Twin City Liner war bereits am 14. Mai 2007 am rechten Ufer des Donaukanals in Wien-Erdberg gestrandet. Der Katamaran rutschte bei Stromkilometer 9,1 auf die steinige Böschung, auch damals gab es keine Verletzten.

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