Tierschützerinnen protestierten nackt in Käfigen vor dem Wiener Parlament

1Kommentar
Tierschützer protestierten am Montag in Käfigen vor dem Parlament.
Tierschützer protestierten am Montag in Käfigen vor dem Parlament. - © Vienna.at/Alexander Blach
Von den eher ungemütlichen Temperaturen ließ sich eine Gruppe von Tierschützern am Montag nicht davon abhalten, für ihre Überzeugungen nackt auf die Straße zu gehen. In einem “Laborkäfig” protestierten die Hüllenlosen vor dem Wiener Parlament und forderten eine Versuchstier-Ombudsschaft.

Am Montag sollte es zu einer Einigung von SPÖ und ÖVP zum Tierversuchsgesetz für den Ministerrat am Dienstag kommen – die Ombudsschaft für Versuchstiere war dabei das zentrale Thema. Für ebendiese setzten sich am Montag jene Tierschützer ein, die nackt vor dem Parlament demonstrierten.

Hintergründe des Protests

“Seit sieben Monaten gibt es einen Konflikt um das neue Tierversuchsgesetz, jetzt strebt er seinem Höhepunkt zu. Der Ministerrat morgen wäre die letzte Möglichkeit, das Tierversuchsgesetz noch bis Ende dieses Jahres zu verabschieden. In den Verhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP ist der Hauptknackpunkt die Etablierung einer Versuchstier-Ombudsschaft.

Die SPÖ will eine Ombudsschaft für Versuchstiere, nachdem bereits Tierschutz-Ombudsschaften für alle anderen Tierhaltungen, von Heim- bis Nutztieren, existieren und sich bewährt haben. Die ÖVP möchte eine Versuchstier-Ombudsschaft verhindern,” erklärten die Tierschutzaktivisten in einer Aussendung die Gründe für ihren Nackt-Protest.

Nackt-Aktivistinnen als Kaninchen in Käfigen

Drei nackte Aktivistinnen mit Kaninchenmaske posierten am Montag in einem Laborkäfig vor dem Parlament, obwohl die Polizei nach Angaben der Tierschützer den weiblichen Teilnehmerinnen untersagte, ihre Brust zu entblößen. Die Aktivistinnen machen auf einen Tierversuch einer Wiener Versicherungsgesellschaft aufmerksam, in dessen Verlauf 50 Kaninchen mit kochendem Wasser verbrüht wurden, um eine neue Hautcreme zu testen.

Ein Tierversuch wie dieser könnte durch eine Versuchstier-Ombudsschaft verhindert werden, erklären sie, und die große Mehrheit der Bevölkerung wolle solche Tierversuche nicht.

Tierschützer zur Versuchstier-Ombudsschaft

VGT-Obmann Martin Balluch äußerte sich ebenfalls zur anstehenden Entscheidung. “Warum sollten ausgerechnet nur die Versuchstiere keine Ombudsschaft bekommen, alle anderen Tiere schon? Dafür gibt es keine Begründung, zumal gerade im Tierversuchsbereich ein völliges Vollzugs- und Kontrolldefizit herrscht. Das neue Tierversuchsgesetz wird uns die nächsten 20-30 Jahre unverändert erhalten bleiben, es muss daher modernen Tierschutzstandards genügen. Und in Österreich bedeutet das Ombudsschaften für die betroffenen Tiere. Wir appellieren an die Vernunft der ÖVP, wer so dringend keine verbesserten Kontrollen will, hat offenbar etwas zu verbergen!”, so Balluch über das Anliegen der nackt protestierenden Tierschützer.

 

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


1Kommentar

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel