Theater im Wohnzimmer präsentiert “Der Gott des Gemetzels”

In "Der Gott des Gemetzels" eskaliert ein Streit auf allen Ebenen.
In "Der Gott des Gemetzels" eskaliert ein Streit auf allen Ebenen. - © Theater im Wohnzimmer
Warum ins Theater gehen, wenn das Theater auch nach Hause kommt? Das Ensemble von „Theater im Wohnzimmer“ macht es möglich. Mit “Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza hat das Ensemble nun ein drittes Stück in sein Repertoire aufgenommen.

Das Besondere an “Theater im Wohnzimmer”: Statt auf einer Bühne spielen die Schauspieler in privaten Wohnzimmern und ermöglichen dem Publikum die einmalige Gelegenheit, das Bühnengeschehen hautnah mitzuerleben. Seit acht Jahren bespielt das engagierte Ensemble auf diese Art regelmäßig „private Bühnen“ und hat bereits mehr als 100 Wohnungen besucht.

Theater im eigenen Wohnzimmer erleben

Ein großes Bühnenbild ist nicht notwendig, denn das aktuelle Stück „Der Gott des Gemetzels“, unter der Regie des Ensemble-Mitgliedes Markus Tavakoli, spielt direkt im Wohnzimmer. Géza Terner, Ensemble-Mitglied und Mitbegründer von TIWO erklärt: „Uns ist es wichtig jedem Kulturinteressierten die Möglichkeit zu bieten, seine Räumlichkeiten in eine Theaterkulisse zu verwandeln. Wir freuen uns sehr darauf, ‚Der Gott des Gemetzels‘ in einem Rahmen zu präsentieren, der für dieses Theaterstück noch nie erprobt wurde.“

Über “Der Gott des Gemetzels”

Das bekannte Kammerspiel zählt zu den erfolgreichsten Theaterstücken der letzten Jahrzehnte und wurde von Roman Polanski mit Jodie Foster, Kate Winslet, John C. Reilly und Christoph Waltz in den Hauptrollen verfilmt. Das Stück lebt von den starken Charakteren der Schauspieler, der Zuschauer fühlt sich durch das Fehlen der klassischen Bühne mitten im Geschehen.

Zum Inhalt: Der elfjährige Bruno Houillé wurde in der Schule vom gleichaltrigen Ferdinand Reille mit einem Stock verprügelt. Dabei wurden Bruno zwei Schneidezähne herausgeschlagen. Seine Eltern, Véronique und Michel Houillé, empfangen Ferdinands Eltern, Anette und Alain Reille, in ihrer Wohnung, um den Vorfall zu klären. Zu Beginn ist das Gespräch ganz friedvoll. Annette und Alain zeigen sich schuldbewusst und Véronique und Michel wären sogar zur Vergebung bereit. Doch der im Raum stehende Konflikt erhält nach und nach einen anderen Ton. Der Zuschauer kann hautnah miterleben, wie die Atmosphäre zwischen den Ehepaaren zunehmend aggressiver wird. Auch die Beurteilung von Ferdinands Tat und von Brunos Opferrolle wird strittiger. Als gute Gastgeber reicht Familie Houillé neben Knabbereien auch Rum, der schließlich sein Restliches tut und die Eskalation bewirkt. Die beiden Paare setzen ihre gepflegten Wohlstandsmasken ab und ergeben sich in einen turbulenten, paarübergreifenden Streit. Nur Alain fühlt sich am Ende in seiner Weltansicht bestätigt, denn er hat immer an den ‚Gott des Gemetzels‘ geglaubt.

Mehr Infos zum Projekt “Theater im Wohnzimmer” finden Sie hier.

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