The Mexican Vampire Woman: Tattoo-Künstlerin Maria José Cristerna im Portrait

Von Amina Beganovic
Akt.:
"The Mexican Vampire Woman" wird lieber mit Maria Jose Cristerna angesprochen.
"The Mexican Vampire Woman" wird lieber mit Maria Jose Cristerna angesprochen. - © Vienna.at/A. Blach
Wir trafen die außergewöhnliche (Körper-)Künstlerin Maria José Cristerna zum Gespräch über Tattoos als Ausdrucksform, ihren Kampf gegen häusliche Gewalt und über ihr gewöhnliches Leben mit einem außergewöhnlichen Aussehen.

Am liebsten wird sie mit Mary José angesprochen – “The Mexican Vampire Woman” ist eigentlich nur ein Spitzname, den sich einst ein Fernsehsender in ihrem Heimatland Mexiko ausgedacht hat. Plaudert man erst einige Minuten mit ihr, fällt ihr außergewöhnlicher Look fast nicht mehr auf – weder die zahllosen Tattoos, die nahezu ihren gesamten Körper bedecken, noch die leuchtenden Augen oder die implantierter Titan-Hörner auf ihrer Stirn. Das spitze, Vampir-artige Gebiss blitzt nur immer wieder vor, wenn Maria lächelt – und das tut die 36-Jährige Mutter von vier Kindern recht oft und gerne.

“Viele Menschen können nicht verstehen, warum ich so aussehen möchte. Ich wollte mich vor allem als Künstlerin ausdrücken – mit Tattoos und Piercings. Ich fühle mich sehr wohl mit meinem Äußeren, und jede negative oder respektlose Reaktion macht mich nur stärker!” zeigt sie sich selbstbewusst.

Vampire Lady als Stargast bei der Wildstyle & Tattoo Messe

Maria José Cristerna ist einer der Stargäste auf der diesjährigen Wildstyle & Tattoo-Messe in Wien am 7. und 8. April im Planet.tt im Gasometer. Dort wird sie selbst tätowieren und sich mit Gleichgesinnten austauschen. “Ich komme sicher nicht als eine ‘Freak Show’ hierher. Ich möchte viele neue Leute kennenlernen, die sich ebenso für Tattoos und Piercings begeistern. Ich werde bestimmt auch nicht den ganzen Tag tätowieren – ich freue mich auch darauf, Neues zu sehen. Und Familien zu treffen, die zusammen mit Kindern herkommen. Quasi die nächste Generation an Künstlern!”

Familien sind generell ein wichtigtes Thema für Mary José. Sie engagiert sich nicht nur sehr für die Enttabuisierung von Tattoos und Piercings, besonders das Thema häusliche Gewalt ist ihr ein großes Anliegen.

“Es ist wirklich scheußlich, was so viele Frauen erleiden müssen. Nicht nur in Mexiko klarerweise, sondern auf der ganzen Welt werden zu viele Frauen von Männern schlecht behandelt. Aber natürlich sind die Opfer  nicht nur weiblich– es gibt auch zahllose männliche Opfer von Gewalt. Es ist wichtig, den Menschen das Problem der häuslichen Gewalt in Familien stärker bewusst zu machen. Ich will darüber sprechen, es ins Bewusstsein rufen und die Situation hoffentlich verbessern. Die Menschen dürfen die Augen nicht davor verschließen.”

Ob Maria José gerne Vampirfilme schaut und wo sie sich ihr erstes Tattoo stechen ließ, verriet sie uns weiters im Gespräch:

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(Redaktion: Amina Beganovic / Video: Alexander Blach)

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