Teilsperre der U4: Wiener Linien starten große Info-Offensive

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Anlässlich der Teilsperre der U4 ab 30. April 2016 informieren die Wiener Linien umfangreich
Anlässlich der Teilsperre der U4 ab 30. April 2016 informieren die Wiener Linien umfangreich - © Johannes Zinner
Sämtliche Kanäle werden seit Montag genutzt, um die Fahrgäste der Wiener Linien über die monatelange Teilsperre der U4 zu informieren: von Anrainerzeitung über Grätzel-Tour, Durchsagen und Info-Personal bis hin zum Folder.


Wie berichtet, kommt auf die Fahrgäste der U4 manche Unannehmlichkeit zu: Am 30. April wird ein Teilstück der Wiener U-Bahnlinie U4 wegen Sanierungsarbeiten vier Monate lang gesperrt. Bis inklusive 4. September steht die grüne Linie zwischen Hütteldorf und Hietzing still, ab 2. Juli umfasst die Sperre zusätzlich die Station Schönbrunn. Der komplette Gleisuntergrund und die Gleise werden erneuert, daher ist in diesem Abschnitt kein Betrieb möglich. Um Chaos zu vermeiden, starten die Wiener Linien nun ihre Info-Offensive, wie man am besten ausweichen kann.

Herausforderung U4-Modernisierung

“Die U4-Modernisierung macht die grüne U-Bahnlinie in Zukunft zuverlässiger”, so die Wiener Linien. Zu Schulbeginn am 5. September steht die U4 wieder auf der gesamten Strecke zur Verfügung. Die Wiener Linien informieren rechtzeitig und umfassend über die Bauarbeiten und den Ersatzverkehr.

“Die Modernisierung der U4 ist nicht nur für uns, sondern auch für die Fahrgäste eine Herausforderung. Wir ziehen mit dieser umfassenden Info-Offensive alle Register, um unsere Fahrgäste auf möglichst vielen Kanälen rechtzeitig über die Teilsperre zu informieren”, so Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer.

So können Fahrgäste der Baustelle ausweichen

Konkret gibt es mehrere Möglichkeiten für die Fahrgäste, die Baustelle zu umfahren, erklärte Geschäftsführer Eduard Winter am Montag in einer Pressekonferenz. Eine Option ist die Benutzung des Zusatzbusses “U4Z”, der von Anfang an zwischen Hütteldorf und Schönbrunn und zu Spitzenzeiten im Drei-Minuten-Takt pendelt. Die 14 Fahrzeuge könnten aber bei weitem nicht alle 57.000 Passagiere, die täglich auf dem betroffenen U4-Abschnitt unterwegs sind, aufnehmen, so Winter. Deshalb will man den Bus auch nicht als “Ersatzverkehr” bezeichnen.

Nicht zuletzt wegen der Staugefahr auf der Westeinfahrt bzw. Westausfahrt empfiehlt das Unternehmen die Benützung schienengebundener Linien – also Bus und Zug. Die Straßenbahnen 49, 52 und 58 – sie werden verstärkt geführt – fahren in der Nähe bzw. teils parallel zur U4. Weitere Möglichkeiten sind die Schnellbahnverbindungen S45, S50 und S80, mit denen man etwa in Ottakring, Heiligenstadt oder am Westbahnhof in das U-Bahnnetz umsteigen kann.

Fahrzeitverlängerung von rund 15 Minuten

Eine spezielle Herausforderung werden wohl auch die Abende, an denen im dann bereits fertigen neuen Rapid-Stadion – das Eröffnungsspiel findet am 16. Juli gegen Englands Topclub Chelsea statt – Zehntausende Fußballfans schnell nach Hause kommen wollen. “Hier werden wir noch einmal verstärken”, versprach Winter. Mit den ÖBB gebe es in der Sache ebenfalls Gespräche.

Mit der Ausweitung der U4-Sperre ab Juli werden außerdem die Buslinien 56A und 56B zur zwischenzeitlichen Endstation Schönbrunn verlängert. “Unsere Fahrgäste müssen im Schnitt eine Fahrzeitverlängerung von rund 15 Minuten einplanen”, sagte Winter.

Info-Offensive der Wiener Linien zur U4-Teilsperre

Damit die Fahrgäste bestens über die Sperre der U4 und den Ersatzverkehr informiert sind, nutzen die Wiener Linien alle Kanäle. “So etwa mit unserer NEU4-Grätzel-Tour. Mit einem eigenen Infowagen informierten wir in den ersten zwei Aprilwochen die Anrainerinnen und Anrainer im 13. und 14. Bezirk direkt vor Ort”, so Eduard Winter. Eine weitere Infomaßnahme ist die NEU4-Anrainerzeitung, deren Ausgaben bereits im Jänner und Anfang April an über 35.000 Haushalte entlang der U4 versandt wurden. Zusätzlich weisen die Wiener Linien in ihren Stationen mit Aufklebern, Info-Plakaten und über Infoscreens auf die kommende Teilsperre hin.

Ab Montag wird in wechselnden Stationen zwischen Hütteldorf und Längenfeldgasse Info-Personal direkt vor Ort sein und auf Fragen der Fahrgäste eingehen. Zusätzlich starten Durchsagen zur U4-Sperre im ganzen U-Bahn-Netz. Info-Folder in deutscher und englischer Sprache liegen in Info-Stellen und U-Bahn Stationen auf. In Zusammenarbeit mit der ÖBB informieren die Wiener Linien auch Pendler, die aus Niederösterreich Richtung Wien kommen. Dafür werden Info-Folder auf den S-Bahn-Linien S45, S50 und S80 verteilt. Durchsagen in Regionalzügen zum Westbahnhof weisen zusätzlich auf die kommenden U4-Bauarbeiten hin.

Alle Infos auch online auf einen Klick

Die Wiener Linien informieren auch auf ihren Social-Media-Kanälen und über eine eigene Website. Außerdem zählt ein Countdown auf der Homepage die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden bis zur Wiedereröffnung am 5. September. Auch die kostenlose Öffi-App qando und der Online-Routenplaner informieren bereits vor der U4-Sperre über Ausweichrouten.

Günter Steinbauer, Vorsitzender der Geschäftsführung, betonte einmal mehr die Notwendigkeit der groß angelegten Sanierung. Nicht nur, dass die Technik inzwischen 35 Jahre alt sei, die Bausubstanz stamme teils sogar noch aus der Zeit Otto Wagners bzw. der Stadtbahn-Ära.

“Es herrscht ein enormer Zeitdruck”, bis zu 400 Arbeiter gleichzeitig würden entlang der fünf Kilometer langen Strecke 24 Stunden am Tag im Einsatz sein. Da auch das gesamte Gleisbett erneuert werden muss, werden rund 100.000 Scheibtruhen Aushubmaterial anfallen, illustrierte Steinbauer die Dimension des Projekts. Allein in der viermonatige Sperre werden 50 Millionen Euro verbaut. Insgesamt sind 335 Millionen Euro für die ab 2014 laufende und auf zehn Jahre angelegte Großsanierung – sie umfasst auch die Generalüberholung der Stationsgebäude – budgetiert.

Sanierung der U4: Viermonatige Teilsperre der U-Bahn-Linie ab 30. April

(apa/red)

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