Sturm in Ostösterreich: Zahlreiche Feuerwehreinsätze in Wien und NÖ

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Die Feuerwehr musste unter anderem Trampoline einfangen.
Die Feuerwehr musste unter anderem Trampoline einfangen. - © FF Maria Enzersdorf
Sturm hat in der Nacht auf Freitag für zahlreiche Feuerwehreinsätze in Ostösterreich gesorgt. Allein in Wien mussten die Einsatzkräfte knapp 200 Mal ausrücken.

Der Sturm in der Nacht auf Freitag hat in Wien zu rund 120 Feuerwehreinsätzen geführt. Die Hälfte davon absolvierten die Einsatzkräfte zwischen 5.30 und 8.00 Uhr, sagte Christian Feiler, Sprecher der Wiener Berufsfeuerwehr. Gröbere Schäden habe es nicht gegeben.

Sturmböen in Wien

In der Wiener Innenstadt gab es in der Nacht laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Windspitzen bis zu 98 km/h. Die Einsatzkräfte wurden wegen loser Fensterflügel, umgefallener Motorräder oder auch abgebrochener Äste gerufen. Da es am Freitagvormittag in der Bundeshauptstadt weiterhin stürmisch blieb, ging die Feuerwehr davon aus, dass es bis Mittag noch zu weiteren 60 Einsätzen kommen werde.

Betroffen waren vor allem Gemeinden in den Bezirken Neunkirchen, Baden und Mödling. So stürzte etwa ein Baum auf ein Einfamilienhaus. Zudem machten sich Trampoline “selbstständig”, auch Dächer wurden abgedeckt. Feuerwehrsprecher Franz Resperger berichtete in der Früh von bereits etwa 140 Einsätzen im Industrieviertel seit Mitternacht. Er ging davon aus, dass die Zahl noch steigen wird.

Aufräumarbeiten würden wohl den ganzen Tag andauern. Sturmböen mit Spitzen von mehr als 100 km/h waren über die Region gefegt.

Gegen Mitternacht wurde auf der Jubiläumswarte Sturmspitzen von 122 km/h gemessen, die Berufsfeuerwehr rückte in den vergangenen 24 Stunden knapp 200 Mal aus. In Liesing wurde ein Blechdach einer Lagerhalle teilweise abgedeckt, die Arbeiten der Feuerwehr, die mit 14 Einsatzkräften und 4 Fahrzeugen vor Ort waren, wurden durch den einsetzenden Regen erschwert.

Zahlreiche Schäden in NÖ

In Neunkirchen stürzte dem Sprecher zufolge eine etwa 20 Meter hohe Fichte auf ein Einfamilienhaus. Zwischen Seebenstein und Grimmenstein auf der Südautobahn (A2) wurde ein Auto gegen die Leitschiene gedrückt und total beschädigt.

Der Lenker blieb glücklicherweise unverletzt. In Gemeinden an der Südbahnstrecke im Bezirk Baden stürzten Bäume u.a. auch auf Autos und in Strom- und Telefonleitungen.

Trampoline flogen davon

Die FF Maria Enzersdorf teilte mit, dass bei einer Baustelle lose Blechteile vom Dach eines Mehrparteienwohnhauses aus rund 15 Meter herabgefallen waren. In der Folge mussten die Helfer in der Gemeinde gleich zwei Trampoline sichern, die sich “selbstständig” gemacht hatten und auf eine Straße bzw. auf einen Parkplatz – und dort gegen ein Auto – geweht worden waren. Eine Reklametafel, die umzustürzen drohte, musste entfernt werden. In Wiener Neudorf mussten Helfer u.a. lose Dachteile eines Hauses entfernen.

Die ÖBB berichteten von einer Oberleitungsstörung im Semmering-Gebiet auf niederösterreichischer Seite. Für Fernverkehrszüge wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen Mürzzuschlag und Gloggnitz, für den Nahverkehr zwischen Semmering und Breitenstein eingerichtet.

Böen bis 122 km/h auf der Rax

In den vergangenen 24 Stunden sind von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) im Osten Österreichs hohe Windgeschwindigkeiten gemessen worden: Spitzenreiter war die Rax, dort erreichte der Sturm auf der Bergstation bis zu 122 km/h. Auf der Wiener Jubiläumswarte waren es bis zu 121 km/h. Stürmisch war es auch auf dem Sonnblick mit 119,9 km/h und dem Buchberg mit 119,5 km/h.

Im Osten Österreichs ist die Starkwindwarnung noch bis 13.00 Uhr aufrecht, sagte Harald Seidl, Meteorologe der ZAMG. Weitere Steigerungen der Windgeschwindigkeit werden aber nicht erwartet. Bis spätestens 18.00 Uhr sollten die Windspitzen bei maximal 70 km/h liegen.

(APA)

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