Streit um Do & Co-Tochter Henry am Zug: Gewerkschaft zeigt sich gesprächsbereit

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Do&Co-Chef Attila Dogudan in der Kritik rund um Henry am Zug
Do&Co-Chef Attila Dogudan in der Kritik rund um Henry am Zug - © APA/Harald Schneider
Nachdem vom Arbeitsinspektorat Gesetzesverletzungen bei der Do & Co-Tochter Henry am Zug beansprucht wurden, ruft die Verkehrs- und Tourismusgewerkschaft vida Do & Co-Chef Attila Dogudan zu Gesprächen auf.

Zuletzt hatte Dogudan offen gelassen, ob er seinen mit Jahresanfang 2017 auslaufenden Cateringvertrag mit den ÖBB verlängert.

Gewerkschaft will mit Dogudan sprechen

Kreisen zufolge soll es am 8. April ein Treffen zwischen Gewerkschaftsvertretern und Dogudan geben, dieser war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Bisher habe der bekannte Gastronom jedenfalls weder die Wirtschaftskammer noch die vida bezüglich eines Kollektivvertrages (KV) kontaktiert.

Dabei arbeite die vida schon seit langem an einem eigenen KV für die mobile Gastronomie, so der Vorsitzender des vida-Fachbereich Tourismus, Berend Tusch, auf APA-Anfrage. Dogudan hatte sich in Interviews beschwert, dass die vom Arbeitsinspektorrat angezeigten Arbeitszeitübertretungen das Resultat einer untauglichen Arbeitszeitregelung seien. Kritiker hingegen meinen, dass Do & Co die Ausschreibung des ÖBB-Cateringvertrages dadurch gewonnen hat, dass er zu Preisen angeboten hatte, die mit den regulären arbeitsrechtlichen Bedingungen nicht zu halten gewesen wären.

“Henry am Zug”: Löhne in der Kritik

Die Gewerkschaften widersprechen Dogudan auch in seiner Rechtsmeinung, wonach die ungarischen Zugbegleiter bei Henry am Zug zu recht nach ungarischen Kollektivverträgen bezahlt werden. Dogudan meinte, in einem Flugzeug gelten ja auch nicht die jeweils die KVs des Landes, das gerade überflogen wird. Replik von der Gewerkschafter: In einem Flugzeug kann aber während der Reise von A nach B nicht zu- und ausgestiegen werden.

Ein Zugbegleiter bekommt laut Homepage von Henry am Zug 1.400 Euro brutto im Monat für 40 Stunden die Woche. Die Entlohnung erfolgt nach dem Kollektivvertrag für Arbeiter im Gastgewerbe. Die ungarischen Zugbegleiter erhalten laut vida im Schnitt 500 Euro im Monat. Laut “Firmencompass” hat Henry am Zug im Geschäftsjahr 2014/15 einen Bilanzgewinn von 160.732 Euro erzielt.

ÖBB loben Zusammenarbeit mit Do & Co

Die ÖBB sehen jedenfalls keinen Handlungsbedarf. “Wir haben in den vergangenen Jahren gut mit Do & Co zusammengearbeitet und schätzen das Unternehmen und Attila Dogudan als zuverlässigen Partner, der mit hoher Qualität und seiner langjährigen Erfahrung wesentlich zur Verbesserung des Cateringsangebotes in unseren Zügen beigetragen hat”, so Bahnsprecherin Sonja Horner zur APA. Unabhängig davor werde durch das Auslaufen des derzeitigen Vertragsverhältnisses mit Anfang 2017 bereits ein neuer Vergabeprozess gestartet.

“Moderne Sklaven”: Arbeitsinspektorat hat Do&Co im Visier

(apa/red)

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