Sternsingen: Was steckt hinter dem alten Brauch?

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Bei Bundespräsident Heinz Fischer schauten die Sternsinger schon zum Jahresende vorbei
Bei Bundespräsident Heinz Fischer schauten die Sternsinger schon zum Jahresende vorbei - © DAPD
Haben Sie heute schon Besuch bekommen? In ganz Österreich sind heute die Sternsinger unterwegs und schreiben das bekannte C+M+B an die Haustüren. Wir haben die Tradition vom Sternsingen näher betrachtet.

85.000 Sternsinger und Sternsingerinnen sind in Österreich am heutigen Dreikönigstag singend und sammelnd unterwegs. Mit ihrer Hilfe unterstützt die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, jährlich rund 500 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Auch Bundespräsident Heinz Fischer erhielt bereits Besuch von den Boten aus dem Morgenland – und ebenso gab es schon für Kardinal Schönborn und Werner Faymann ein Sternsingen.

Sternsingen für den guten Zweck

“Bei der Sternsinger-Aktion setzen sich junge Menschen für Humanität und Nächstenliebe ein. In den zwei Wochen nach Weihnachten werden so rund 1, 7 Millionen Stunden für die gute Sache aufgewendet. Dazu kommen noch 600.000 Stunden der 30.000 Jugendlichen und Erwachsenen, die Caspar, Melchior & Balthasar tatkräftig unterstützen. Die Sternsingeraktion ist so ein wichtiger Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft, die über den Tellerrand der nationalen Grenzen hinaus blickt. Junge Menschen setzen sich weltweit gegen Armut und Ausbeutung ein und erfahren, dass sie auf dieser Welt gemeinsam etwas bewegen können,” so die Veranstalter.

Doch woher stammt der Brauch eigentlich?

Sterndeuter aus dem Morgenland

Die biblischen “Magier aus dem Morgenland” waren wahrscheinlich Sterndeuter am Hof in Mesopotamien. Ihren astronomischen Berechnungen nach erwarteten sie ein Heilsereignis mit Bedeutung für alle Völker der Erde.

Der Stern von Bethlehem könnte ein Zusammentreffen der Planeten Saturn und Jupiter im Sternbild der Fische gewesen sein. Die Sternenkonstellation, die den Weisen den Weg wies, soll erst im Jahr 2238 wieder stattfinden. Gold, Weihrauch und Myrrhe zählten damals zu den kostbarsten Handelsgütern und waren königliche Geschenke.

Was bedeutet “C+M+B”?

Caspar (“Schatzmeister”), Melchior (“Mein König ist Licht”) und Balthasar (Schütze sein Leben”) wurden erst im 5. Jahrhundert durch die Überlieferung zu den “Heiligen Drei Königen.”

20-C+M+B-12 schreiben die Sternsinger mit geweihter Kreide an die Tür. Es bedeutet “Christus mansionem benedicat”, übersetzt “Christus segne dieses Haus.”

Erste Adresse im Ernstfall

Im Mittelalter wurden die Heiligen Drei Könige bei Krankheit, Feuer oder Diebstahl angerufen. Ihrer beschwerlichen Reise wegen wurden sie auch als Schutzpatrone der Reisenden verehrt. Von Köln aus – die angeblich von Kaiserin Helena (255-330) aufgefundenen Gebeine der Heiligen Drei wurden 1164 von Mailand nach Köln gebracht – verbreiteten sich Dreikönigsspiele im ganzen Abendland.

Zur Wintersonnenwende und zum Jahreswechsel sollten auch die Drei Heiligen Könige die bösen Geister bannen und für das ganze Jahr Segen bringen.

Seit den Anfängen im  Winter 1954/55 wurden von den Sternsingern insgesamt mehr als 310 Mio. Euro für notleidende Menschen ersungen. Das österreichweite Sternsingen 2012 läuft noch bis zum 08. Jänner 2012 – ob man aufmachen, spenden und sich den christlichen Segen holen möchte, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

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