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Schwul/lesbische Stadtspaziergänge durch Wien: Von schwulen Habsburgern und Architekten

Andreas Brunner führt durch die Geschichte des schwul/lesbischen Wiens.
Andreas Brunner führt durch die Geschichte des schwul/lesbischen Wiens. ©VIENNA.at/Lea Luna Holzinger
Stadtführer Andreas Brunner vom Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte führt auf seinen Touren durch die schwule Geschichte Wiens. Er erzählt von schwulen Habsburgern, Sängern sowie Schauspielern und berichtet über die Verfolgung Homosexueller in der Zeit des Nationalsozialismus. VIENNA.at hat sich von Brunner durch die Wiener Innenstadt führen lassen.
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Fotos vom schwul/lesbischen Stadtspaziergang

Der schwul/lesbische Stadtspaziergang durch die Wiener City beginnt in der Universität am Ring. Fremdenführer Andreas Brunner steht vor der Ehrentafel der Universität Wien und erklärt die Bedeutung der Universität als Wissensort für den Diskurs der Homosexualität. Er erläutert, dass die Begriffe “Homosexuell” und “Heterosexuell” erst um die Jahrhundertwende populär wurden. Weniger theoretisch geht es weiter zur Mölker Bastei. Dort erzählt er die Geschichte von Ottilie von Goethe, die 1835 nach Wien kam und im Haus mit der Nummer 10 auf der Mölker Bastei ein uneheliches Kind bekam. Unterstützt wurde sie dabei von zwei lesbischen Frauen: Johanna Schopenhauer und Anna Jameson. “Man kann sagen, dass die drei eine kleine Regenbogenfamilie gründeten”, meint Brunner.

Schwul/lesbische Geschichte Wiens vermitteln

Brunner erforscht die schwul/lesbische Geschichte Wiens im “QWien”, dem Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte, das von der Stadt Wien finanziert wird. Durch die Stadtspaziergänge soll das Wissen laut Brunner unter die Leute gebracht werden. “Wir wollen die Geschichte der Homosexualitäten in Wien vermitteln”, so der geprüfte Fremdenführer. Er denkt sich immer neue Stadtspaziergänge zur schwul/lesbischen Geschichte Wiens aus: Das Spektrum reicht von Touren durch die Innenstadt, über Spaziergänge zum schwul/lesbischen Leben in der Zwischenkriegszeit und der Verfolgung von Schwulen und Lesben in Wien ab 1938, bis hin zu Führungen zum Thema “Elisabeth: Kaiserin und Ikone der Schwulen und Lesben”.

“Schwuler” Schubert in Wien

Der Stadtspaziergang durch die Wiener Innenstadt führt weiter zum “Dreimäderlhaus” auf der Mölker Bastei. Brunner geht auf die Frage ein, ob Franz Schubert schwul war. In der Biografie des Komponisten würden sich Hinweise, aber keine Beweise zu Liebschaften Schuberts mit Männern finden. Brunner hält fest, dass Schubert wohl nicht schwul nach unserem heutigen Verständnis war: “Wenn ich heute sage, ich bin ein schwuler Mann, dann verbinden wir damit, dass meine Sexualität ein untrennbarer Teil meiner Persönlichkeit ist. Das gab es damals nicht. Homosexualität war damals eine sündige Handlung”, erläutert der Fremdenführer.

Geschichte homosexuelle Schauspieler am Burgtheater

Es geht weiter zum Burgtheater. Vor dessen Kulisse erzählt Brunner die Geschichte des Schauspielers Raoul Aslan, der in den 1930er, 1940er und 1950er Jahren ein offen homosexuelles Leben führte. Aslans Beziehung zu seinem Schauspielkollegen Tonio Riedl war laut Brunner stadtbekannt. Auch die Nationalsozialisten wussten davon. “Wenn es um Prominente ging, zeigten die Nazis Doppelmoral”, so der Fremdenführer. Er erwähnt den sogenannten “Prominentenerlass” Görings, der prominente Homosexuelle von der Verfolgung ausnahm. Weiters erzählt Brunner die Geschichte der Volkstheater-Schauspielerin Dorothea Neff, die zur Zeit des Nationalsozialismus ihre jüdische Geliebte Lilly Wolf in ihrer Wohnung versteckte und ihr so das Leben rettete.

Schwule Habsburger in der Wiener Hofburg

Erheiternder geht es mit der Geschichte von “Luziwuzi”, Erzherzog Ludwig Viktor weiter. Dieser führte laut Brunner am Hof der Habsburger ein offen homosexuelles Leben. Dabei soll er es vor allem auf junge Offiziere abgesehen haben. Auch Kaiser Karl VI., Vater von Maria Theresia, soll schwul gewesen sein und eine Liebesbeziehung mit einem Grafen geführt haben. Darauf deuten laut Brunner Tagebucheinträge Karls hin.

Vor der Augustinerkirche am Josefsplatz erzählt der Fremdenführer von Marie Christine, der Lieblingstochter von Kaiserin Maria Theresia. Der Briefverkehr zwischen Marie Christine und ihrer Schwägerin Isabella von Parma legen eine Liebesbeziehung der beiden nahe. Die beiden wohnten am selben Hof und schrieben sich neckische Briefe.

Die Anerkennung homosexueller Opfer des NS

Weiter geht es zum Mahnmal gegen Krieg und Faschismus vor der Albertina und damit in die jüngere Geschichte. Brunner erzählt, dass bei der Enthüllung des Denkmals 1988 Mitglieder der Homosexuellen Initiative Wien (HOSI) für die Anerkennung homosexueller Opfer des Nationalsozialismus demonstrierten. Sie wurden von der Polizei des Platzes verwiesen und ihr Transparent beschlagnahmt. “Es hat bis 2005 gedauert, bis die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus von Österreich offiziell anerkannt wurden”, so Brunner. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings keines der Opfer mehr am Leben.

Das schwule Architektenpaar der Wiener Staatsoper

Brunner beendet seinen Stadtspaziergang bei der Wiener Oper. Er berichtet von den Architekten der Staatsoper, August von Sicardsburg und Eduard van der Nüll, die nicht nur zusammen arbeiteten, sondern auch zusammmen lebten. Der Fremdenführer schließt mit der Geschichte des Sängers Max Lorenz ab, der von den Nazis hofiert wurde und ein Star in Bayreuth war. Lorenz heiratete seine jüdische Agentin und schützte sie damit vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Brunner geht auch darauf ein, dass Lorenz verschiedene Liebschaften zu Männern unterhielt. Diese Details zu Lorenz Leben gingen jedoch nach dem Krieg verloren und er war als Nazi-Sänger verschrien.

Brunner vermittelt auf seinem Stadtspaziergang die schwul/lesbische Geschichte Wiens anhand zahlreicher spannender und witziger Anekdoten. Als Teilnehmer einer solchen Tour lernt man neue Seiten der Stadt kennen und erfährt viel über die schwul/lesbische Vergangenheit Wiens.

Weitere Informationen zu den schwul/lesbischen Stadtspaziergängen in Wien

Die schwul/lesbischen Stadtspaziergänge durch Wien werden vom Zentrum für schwul/lesbische Kultur und Geschichte, GWien, organisiert. Geführt werden sie von Andreas Brunner.

Weitere Informationen über die einzelnen Führungen, Termine und Preisinformationen finden Sie auf der Homepage von QWien.

(Red.)

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