Schwangere Kärntnerin abgängig: Polizist wegen Mordverdachts verhaftet

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Der Polizeibeamte soll ein Geständnis abgelegt haben.
Der Polizeibeamte soll ein Geständnis abgelegt haben. - © APA/Sujet
Dramatische Wende im Vermisstenfall um eine junge Kärntnerin und ihren einjährigen Sohn, die in Wien abgängig waren: Der 23-jährige Lebensgefährte der Frau, ein Polizist, hat gestanden, die beiden getötet zu haben.

Ein 23 Jahre alter Polizist hat gestanden, seine schwangere Freundin und den gemeinsamen Sohn in Wien getötet zu haben. Vor vier Tagen hatte der Mann noch selbst Vermisstenanzeige erstattet. Die Leichen brachte er mit dem Pkw in die Steiermark, wo er sie in einem Waldstück ablegte. Der Mann wurde am Freitagnachmittag ebenfalls in der Steiermark festgenommen.

Am Nachmittag führte der Mann die Ermittler nach Trofaiach, wo er die Leichen auf einer verwachsenen Wiese in einem Gebüsch mitten im Siedlungsgebiet abgelegt hatte. Der Fundort ist keine 150 Meter von seiner früheren Wohnadresse entfernt. Die Kleine Zeitung berichtete, dass die Toten in einem Koffer versteckt gewesen waren. “Zur genauen Auffindungssituation geben wir aus kriminaltaktischen Gründen keine Auskunft”, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. Die Spurensicherung war in der steirischen Gemeinde am Abend noch an Ort und Stelle, der Fundort weiträumig abgesperrt.

Das Motiv und der genaue Tathergang der Bluttat waren am Freitag noch völlig unklar. Aufschlüsse darüber erwarteten sich die Ermittler aus der Befragung des gebürtigen Steirers. Er soll noch am Freitagabend zurück nach Wien gebracht werden und am Samstag in der Landespolizeidirektion einvernommen werden. Eine Obduktion der Leichen wurde angeordnet.

Noch keine Informationen zur Tatwaffe

Wann der Mann die im sechsten Monat schwangere Frau und den ein Jahr und neun Monate alten Sohn Noah getötet hat, war vorerst unklar. “Tatort war nach den jetzigen Ermittlungen die gemeinsame Wohnung in Wien”, sagte Maierhofer. Dort hatte die Spurensicherung ihre Arbeit am Freitag bereits unter Tags abgeschlossen. Am Abend fanden sich Freunde und Bekannte vor dem Wohnhaus in Wien-Margareten ein, legten Blumen vor den Eingang und zündeten Kerzen an.

Dass der 23-Jährige die Frau und den Buben mit der Dienstwaffe erschossen hat, wie die “Kronen Zeitung” berichtete, bestätigte die Polizei nicht. Zur Tatwaffe gebe es noch keine Informationen, sagte Maierhofer. “Es ist noch nicht klar, ob die Frau und der Sohn überhaupt erschossen wurden”, berichtete Maierhofer.

Verdächtiger seit 1. Jänner im Polizeidienst in Wien

Der Tatverdächtige war seit 1. Jänner bei der Landespolizeidirektion Wien im regulären Polizeidienst. “Er hat normal seinen Dienst versehen, war weder positiv noch negativ auffällig”, berichtete Maierhofer. Der Beamte hatte seine 25-jährige Freundin und den gemeinsamen Sohn Noah am Montagabend außerhalb seiner Dienstzeit als vermisst gemeldet. Die Frau, eine gebürtige Klagenfurterin, war im sechsten Monat schwanger.

Der Polizist gab zunächst an, dass die Frau gemeinsam mit dem Kleinkind am Nachmittag die Wohnung verlassen hätte und seither unauffindbar sei. Auch hat der 23-Jährige falsche Hinweise gestreut und angegeben, die 25-Jährige hätte Kleidung für den Sohn mitgenommen. Eine Freundin der Frau veröffentlichte einen verzweifelten Aufruf auf Facebook und initiierte eine große Suchaktion. Das Landeskriminalamt übernahm am Donnerstag die Ermittlungen, nachdem keine verwertbaren Hinweise eingegangen waren. Dabei erhärtete sich der Verdacht gegen den 23-jährigen Beamten. Er wurde schließlich am Freitag in der Steiermark festgenommen. Gegenüber Ermittlern gestand er dann rasch die Tat.

Gerüchte um dritte Leiche am Fundort dementiert

Am Freitagnachmittag gab es Gerüchte, dass am Fundort eine dritte Leiche entdeckt worden sei. Maierhofer dementierte dies, ebenso, dass ein weiterer Mann eine Rolle gespielt haben könnte. “Wir haben keine Information darüber, dass sie einen anderen Freund gehabt hat”, sagte der Sprecher.

Die Wiener Polizei zeigte sich auf Facebook und Twitter betroffen über den Fall. “Unsere Gedanken sind nicht nur bei den Angehörigen, wir sind auch tief erschüttert”, postete auch das Innenministerium auf Facebook.

(APA, Red.)

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