Schwaiger/Hansel gelten nicht als EM-Favoriten

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Barbara Hansel (li.) und Stefanie Schwaiger gehen als Außenseiter in die Beach Volleyball-EM in Klagenfurt.
Barbara Hansel (li.) und Stefanie Schwaiger gehen als Außenseiter in die Beach Volleyball-EM in Klagenfurt. - © EPA (Archiv)
Bei der heurigen Heim-EM in Klagenfurt und zwei Jahre nach dem Gewinn der Goldmedaille mit ihrer Schwester tritt Stefanie Schwaiger heuer mit ihrer Partnerin Barbara Hansel ins Wörthersee-Stadion zur Beach Volleyball EM an. Doch die beiden Österreicherinnen gelten nicht als Favoriten, sondern finden sich in der Außenseiterrolle wieder.

Nach dem überraschenden Rücktritt ihrer Schwester Doris im Mai 2014 und einem erfolglosen Intermezzo mit Lisa Chukwuma entschied Schwaiger am Ende der Vorsaison, sich mit Hansel zusammenzutun. Die Umstellung sei auf und neben dem Platz kompliziert gewesen. “Die Situation war gar nicht leicht. Wenn jemand neun Jahre die ärgste Konkurrentin ist und dann formiert man ein Team. Ich war es nicht gewohnt, nachdem ich zwölf Jahre mit Doris gespielt habe. Es war am Anfang echt schwierig, weil wir so überfreundlich zueinander waren. Wir mussten uns alles ausmachen und viele kleine Sachen ausdiskutieren. Das war schon anstrengend, das hältst du auf die Dauer nicht aus. Das habe ich mir nicht so hart vorgestellt.”

Schwaiger und Hansel besser eingespielt

Mittlerweile habe sich das Zusammenleben auf der Tour und das Zusammenspiel auf dem Court aber eingespielt. “Wir haben uns ausgesprochen und jetzt passt es echt gut. Mittlerweile kennen wir uns auch schon gut und sind wirklich gute Freundinnen geworden. Ich hätte nicht geglaubt, dass man das werden kann.”

Auf sportlicher Ebene habe man ebenfalls zueinandergefunden. “Für mich war es als Verteidigungsspielerin ein kompletter Neu-Neu-Start. Wir spielen aber erst ein Jahr zusammen, da hat man sich nicht zu viel erwarten können. Man muss uns noch ein bisschen Zeit geben. Aber wenn wir gut spielen, können wir gegen jeden gewinnen.”

Die bisherige Saison ist freilich noch recht holprig verlaufen. “Wir haben Ausreißer, wir haben aber auch Phasen, die nicht so gut sind.” Eine Negativerfahrung war das knappe Ausscheiden bei der EM-Generalprobe in der Qualifikation von Yokohama mit 13:15 im Entscheidungssatz. “Japan ist schon sehr bitter gewesen, das war alles andere als schön. Wir waren alle schon ziemlich am Boden zerstört, da grübelt man schon sehr viel nach, das hat uns schon einen Dämpfer gegeben”, gab Schwaiger zu.

Vorbereitung auf Beach Volleyball-EM in Klagenfurt

Die frühe Rückreise könne sich für die EM aber auch als positiv erweisen. “Das hat den Vorteil, dass wir uns gezielt auf Klagenfurt vorbereiten können. Wir sind ohne Jetlag schon am Sonntag angereist und können in Ruhe vor Ort trainieren.”

Nach Klagenfurt kehrt Schwaiger aufgrund der famosen EM 2013 und der einzigartigen Atmosphäre besonders gerne zurück. Das gilt auch für die ehemalige EM-Zweite Hansel, die in Klagenfurt mit Sara Montagnolli zweimal das Grand-Slam-Halbfinale erreicht hat. “Die sehr guten Erinnerungen motivieren einen umso mehr, dass man wieder gut spielt. Man weiß, was man erreicht hat und will das noch mal schaffen können”, so Schwaiger. Die zweifache WM- und Olympia-Fünfte verwies aber auch auf die diesmal “komplett andere” Ausgangssituation. “Natürlich denkt man gerne an 2013 zurück, aber jetzt ist eine etwas härtere Zeit.”

Für das Heimturnier ist sie trotzdem zuversichtlich, mit Hansel gehöre sie zu etwa 15 Paaren, die von Medaillen träumen dürfen. “Wir können guter Dinge sein. Man muss versuchen, das positiv zu sehen. Aber es ist immer wieder ein Auf und Ab, das man in Kauf nehmen muss.” Das erste Ziel sei das Überstehen der Gruppenphase gegen zwei russische und ein italienisches Team. “Wir müssen uns in den ersten Spielen ein gutes Gefühl erarbeiten. Danach hängt viel vom Auslosungsglück ab.”

(APA/Red)

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