Schülerin über Matura: “Zentralmatura theoretisch keine schlechte Idee”

Von Nina Tatschl
Am 5. Mai 2015 startet die einheitliche Reifeprüfung
Am 5. Mai 2015 startet die einheitliche Reifeprüfung - © Lisa
An den AHS begann am 5. Mai die erste österreichweite Zentralmatura. VIENNA.at hat eine Schülerin gefragt, wie sie die Änderung findet, wie sie sich darauf vorbereitet hat und wie sie selbstsicher zur Prüfung antreten konnte.

Wie hast du dich auf die Zentralmatura vorbereitet?

Lisa: Als Vorbereitung auf die Zentralmatura habe ich viele Stunden vor dem Laptop auf der Website des BIFIE verbracht und mir ehemalige Prüfungsbeispiele angeschaut und durch gedacht. Das war meiner Meinung nach sehr hilfreich, da man sich so gleich an die Formate der neuen Zentralmatura gewöhnen konnte.

Außerdem habe ich im 2. Semester der 7. Klasse ein EF High School Year in den USA gemacht, was mich mental sehr gut auf den Stress der neuen Reifeprüfung vorbereitet hat. In den USA habe ich gelernt selbstbewusster zu sein und mehr auf mich selbst und meine Stärken zu vertrauen. Das hat mir in der Schule hier in Österreich viel geholfen – denn wenn ich es geschafft habe, ganz alleine ans andere Ende der Welt zu fliegen, bei fremden Menschen zu wohnen und mich in eine neue Kultur einzugliedern, dann kann ich alles schaffen, oder? Genau diese Einstellung half mir bei der Zentralmatura.

Hollywood---Kopie

Was ist deine Meinung zur Zentralmatura?

Lisa: Rein theoretisch finde ich, dass die neue Zentralmatura keine schlechte Idee ist. Die Ergebnisse und Noten können besser verglichen werden und Universitäten und Arbeitgebern fällt es so leichter, ihre Plätze gerecht zu vergeben. Praktisch scheitert es leider noch etwas an der Umsetzung. Beispielsweise wurden viele Informationen zur neuen Reifeprüfung seitens des BIFIE nicht (rechtzeitig) an Schüler und Lehrer weitergegeben.
Mit solchen – scheinbar ausweglosen – Situationen umzugehen habe ich aber während meiner Zeit in den USA gelernt und so konnte ich viel entspannter als meine Klassenkollegen in die Prüfungsphase starten.

Universal-Studios---Kopie

Wo siehst du darin noch Schwächen?

Lisa: Eine der größten Schwächen der neuen Zentralmatura ist auf jeden Fall Mathematik! Das Beurteilungssystem hat absolut keine Logik – es geht nicht mehr darum, möglichst wenige Fehler zu machen, man muss die Fehler nur einfach an den richtigen Stellen machen. So könnte jemand mit 16 Punkten eine positive Note auf die Matura bekommen, jemand mit 30 Punkten jedoch könnte durchfallen. Da fehlt für mich einfach der Sinn!

Graduation---Kopie

Was findest du gut daran?

Lisa: Wie gesagt finde ich die Grundidee der Zentralmatura sehr gut. So hat niemand mehr den Vorteil von „netten Lehrern“ die einem schon vorher Tipps zu den Angaben geben, oder die ihre Arbeit nach Sympathie und nicht nach Leistung bewerten. An der Umsetzung muss wie gesagt noch gearbeitet werden.

Ich kann aber auf jeden Fall sagen, dass ich während der gesamten Prüfungsphase sehr von meinem EF High School Year profitieren konnte – und das nicht nur im Fach Englisch. Ich rate also jedem dazu, ein Auslandsjahr oder Semester zu machen! Man wird in dieser Zeit einfach viel selbstständiger, stärker und selbstbewusster. Alles Eigenschaften, die einem nicht nur bei der Matura, sondern auch später im Studium und am Arbeitsmarkt weiterbringen werden.

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