Schnitzelhaus insolvent: Eigentümerin hat Sanierungsverfahren beantragt

Akt.:
Das berühmte heimische Schnitzelhaus ist insolvent.
Das berühmte heimische Schnitzelhaus ist insolvent. - © APA/Archiv
Schlechte Nachrichten für Fast-Schnitzel-Fans: Die Food4you gmbh mit Sitz in Gießhübl/NÖ, Eigentümerin der Gastronomiekette Schnitzelhaus, hat nach KSV-Angaben vom Donnerstag ihre Zahlungen eingestellt und ein Sanierungsverfahren am Landesgericht Wiener Neustadt beantragt.

Von der Insolvenz sind etwa 140 Gläubiger und 113 Mitarbeiter betroffen. Nach den dem KSV1870 vorliegen Informationen sollen die Passiva 4,5 Mio. Euro betragen. Gegenüber stünden Aktiva von etwa einer halben Mio. Euro. Die Schuldnerin betreibt die Restaurantkette Schnitzelhaus an insgesamt 22 Standorten in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und Salzburg.

Schnitzelhaus: “Ungeplante Aufwendungen” als Insolvenzursache

Als Insolvenzursache wird vom Unternehmen angegeben, dass man nach der Übernahme im Herbst 2014 in weiterer Folge die meisten der damals bestehenden Franchiseverträge gekündigt habe, um die Restaurantkette selbst zu führen. Es sei in diesem Zusammenhang zu erheblichen ungeplanten Aufwendungen gekommen, “da teilweise auch gerichtliche Schritte zu ergreifen waren”, berichtete der KSV. Erschwerend hätten sich zudem Forderungsausfälle ausgewirkt.

Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan angeboten, der die Zahlung einer Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren ab Annahme vorsieht. Der KSV berichtete von der erklärten Absicht des Unternehmens, den Betrieb fortzuführen und durch Abschluss eines Sanierungsplans eine Neustrukturierung der Verbindlichkeiten zu erreichen.

Künftig “Restaurants in Hochfrequenzlagen”

Die insolvente Schnitzelhaus-Eigentümerin Food4you gmbh will sich laut Eigentümer Christian Wimmer künftig “auf größere Restaurants in Hochfrequenzlagen” konzentrieren. Schon im Sommer seien neue Lokale in der BahnhofCity Wien West und in der SCS eröffnet worden, 2017 sollen Standorte im Donauzentrum/Donau Plex, in der Wiener Innenstadt und der Plus City in Linz folgen, berichtete Creditreform.Kleinere Standorte sind dem Gläubigerschutzverband zufolge in den vergangenen Monaten verkauft worden. “Die finanziellen und bürokratischen Belastungen in der Gastronomie machen es in Österreich mittlerweile unmöglich, bestimmte Geschäftstypen profitabel zu führen”, wurde Wimmer zitiert. Die Weiterführung des Unternehmens sei mit der Rückkehr zum jahrzehntelang bei Schnitzelhaus bewährten Eigenfilial-System geplant.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen