“Schick Schock”: Neues Album von Bilderbuch erscheint Ende Februar

Ab 27. Februar ist das neue Album von Bilderbuch erhältlich.
Ab 27. Februar ist das neue Album von Bilderbuch erhältlich. - © APA
“Veränderung war immer unsere Triebfeder. Es gibt kein Korsett, dem wir entsprechen müssen”, so Maurice Ernst, Sänger der oberösterreichischen Band Bilderbuch. Für die vier Musiker läuft es gerade prächtig: Ausverkaufte Konzerte, zahlreiche Awards und ein neues Album zeigen die konsequente Entwicklung der Gruppe.

An ihnen kam man in den vergangenen Monaten nicht vorbei: Egal ob “Maschin”, “Spliff” oder “Plansch” aus den Boxen tönte und die Tanzflächen füllte, Bilderbuch haben einen beeindruckenden Lauf hingelegt. 2005 im oberösterreichischen Kremsmünster gegründet, ist die Band spätestens seit ihrem Debütalbum “Nelken & Schillinge” in aller Munde.

Stilsicher und wagemutig bewegen sie sich durch die verschiedensten Klangwelten, zeigt ihre Musik doch Einflüsse aus verschiedenen Genres wie Progressive Rock, Art-Punk, Indie-Rock und Hip Hop.

Neues Bilderbuch-Album “Schick Schock”

“Wir sind immer Suchende, Getriebene”, erklärt Sänger Maurice Ernst im Interview anlässlich der Veröffentlichung von “Schick Schock”. Das am 27. Februar erscheinende Album wird von vielen heiß ersehnt, ist es doch der erste physische Output seit der EP “Feinste Seide” aus dem Jahr 2013.

Wenn nun also statt konventionellen Gitarrenriffs Synthie-Flächen, dem Funk entliehene Licks und eine gehörige Portion Sexyness den Sound bestimmt, ist das für Ernst kein großer Umbruch. “Das war sicher das Natürlichste, was eine Band durchleben kann.” Dafür müsse man die Karriere der Band “mit entsprechender Distanz” betrachten. “Nicht Stehenbleiben, das war uns wichtig.” Außerdem habe man sich “nicht verraten”, so Ernst. “Unser größter Trumpf ist unsere Vergangenheit, unsere Geschichte, weil das ehrlich ist.”

“Emotionale Bindung” der Fans vorhanden

Das wird speziell bei Konzerten der Gruppe deutlich: Wenn da das frühe “Calypso” mit seiner dominanten Rhythmik auf Songs wie das atmosphärisch geprägte “Om” trifft, lässt das durchaus Gemeinsamkeiten erkennen.

Fans von Bilderbuch dürfte ohnehin einiges bekannt vorkommen auf “Schick Schock”: Natürlich fehlen die großen Hits nicht, aber auch das eingängige “Softdrink” oder “Rosen zum Plafond” mit seiner skurrilen Flötenmelodie wurden bereits mehrfach in den diversen Hallen zum Besten gegeben. Ernst sieht darin “eine moderne Art und Weise, zum Medium Album zu greifen”. Die “emotionale Bindung” der Hörer zu den Stücken sei bereits vorhanden.

“Nachdenken, wohin die Reise führt”

Außerdem wollte die neben Ernst noch aus Michael Krammer, Peter Horazdovsky und Philipp Scheibl bestehende Band “die Türe schließen”. “Die Idee war zu zeigen: Das war jetzt zweieinhalb Jahre Bilderbuch, das war diese Epoche. Und jetzt dürfen wir uns wieder wohin bewegen”, unterstreicht der Sänger. “Wie es weiter geht, wissen wir derzeit aber selber noch nicht.” Diesbezüglich werde man sich wohl in den nächsten Monaten hinsetzen “und darüber nachdenken, wohin die Reise führt”.

Den Blick in die Glaskugel muss man aber nicht bemühen, um voraussagen zu können: Derzeit kann es für Bilderbuch nur nach oben gehen. “Für mich war es eigentlich immer ein Flug nach oben”, relativiert Ernst aber den aktuellen Hype und blickt auf zehn Jahre Bandgeschichte zurück. “Es war ja nie so, dass wir im Keller versumpert sind. Wir haben das Glück gehabt, dass in harten Momenten auch das Richtige passiert ist.”

Ein Beispiel dafür wäre Schlagzeuger Scheibl, der 2013 zur Band gestoßen ist und den aktuellen Sound mitgeprägt hat. “Mit ihm haben wir unsere Ideen wieder ausformuliert. Er hat in erster Linie den richtigen Groove reingebracht und in zweiter Linie das Wollen”, erinnert sich Ernst. “Auch die Harmonie ist besser als je zuvor. Wir haben jetzt diesen Zug nach vorne: ein fokussiertes Arbeiten, so wie man sich das wünscht. Was mitunter ein Grund ist, warum wir die ganze Situation geschafft haben.”

Veränderung als Triebfeder von Bilderbuch

Ihre Lage haben sich Bilderbuch also sozusagen erspielt. “Veränderung war immer unsere Triebfeder. Wir dürfen machen, was wir wollen. Das Schöne ist, dass wir keine Band sind, die sich irgendetwas Bestimmtem verschrieben hat. Es gibt kein Korsett, dem wir entsprechen müssen”, betont Ernst. Hält man diesen Arbeitsethos aufrecht, so ist dem Quartett jedenfalls noch einiges zuzutrauen. Bilderbuch befinden sich auf dem Sprung, und ihre Landung ist noch nicht abzusehen.

(APA)

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