Rund 1.000 Flüchtlinge in Sammelstelle Spielfeld

Flüchtlinge in der Sammelstelle Spielfeld.
Flüchtlinge in der Sammelstelle Spielfeld. - © apa
Bei recht mildem Wetter ging es in der Sammelstelle Spielfeld ruhiger zu als in den letzten Wochen: 1.088 Flüchtlinge zählte man am Mittwochnachmittag in der Erstversorgungsstelle an der slowenischen Grenze. Am Donnerstag soll ein Treffen zwischen Behörden und Grundbesitzern zur geplanten Zaunerrichtung stattfinden.

Die Weiterfahrt der etwa tausend Flüchtlinge in Transitquartiere war laufend ab 16.00 Uhr geplant. Der slowenischen Polizei zufolge befanden sich gegen 15.00 in der Sammelstelle Sentilj (St. Egidi) wenige hundert Meter von der Grenze entfernt keine Flüchtlinge. Dies galt auch für die Sammelstelle Bad Radkersburg auf steirischer Seite.

Flüchtlingskrise: Diskussion über Errichtung eines Grenzzauns

Am Donnerstag kommen rund 20 Grundbesitzer mit den Behörden und der Polizei im Raum Spielfeld-Straß zusammen, es war von einem “geladenen Kreis” die Rede. Thema dürfte die Errichtung des Grenzzauns sein. Vonseiten der Polizei hielt man sich bezüglich Ort und Zeit bedeckt.

Am Mittwoch gab es im “Empfangsbereich” vor der Sammelstelle in Spielfeld Begehungen und Besichtigungen durch Polizei und Bundesheer. Dabei ging es um Verbesserungen der Vorrichtungen, mit denen der Zugang Richtung Sammelstelle geregelt wird. “Es handelt sich um einen dynamischen Prozess im Kernbereich”, sagte Polizei-Oberstleutnant Rene Kornberger zur APA. Der Bereich werde ständig adaptiert, bei weniger Andrang ginge dies auch leichter. Dies habe auch nichts mit dem Zaunbau zu tun, hieß es.

Bundesheer liefert Essen nach Spielfeld

Das Bundesheer liefert ab sofort täglich 3.000 Portionen warmes Essen nach Spielfeld, wo die ankommenden Flüchtlinge versorgt werden. Eingesetzt werden dafür drei Feldküchen aus der Kaserne in Straß, die von drei Köchen und acht Grundwehrdienern betreut werden, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

Das Essen soll täglich zwischen 18.00 und 22.00 Uhr zur Verfügung stehen, Heißgetränke gebe es den ganzen Tag über. Zubereitet werden Gerichte wie Gulasch oder Suppen, und zwar unter Berücksichtigung religiöser Speisevorschriften.

Am Mittwoch war der Andrang geringer als bisher, zu Spitzenzeiten passierten über 8.000 Personen an einem Tag die Grenze.

Heer legte fast 700.000 Kilometer zurück

Über 2.000 Soldaten sind derzeit in die Bewältigung der Flüchtlingskrise involviert. Mehr als 412.000 Tagesportionen Essen wurden ausgegeben, knapp 696.000 Kilometer zum Transport von Menschen und Ausrüstung zurückgelegt, teilte das Bundesheer am Mittwoch in einer Aussendung mit.

427 Soldaten, darunter 290 Grundwehrdiener, leisten derzeit Unterstützungsleistung zur Versorgung der ankommenden Menschen. In den vergangenen 110 Tagen stellten sie mehr als 800 Feldbetten bereit und richteten Unterkünfte ein. Zurzeit werden österreichweit rund 14.500 Essensportionen pro Tag ausgegeben.

Seit 71 Tagen läuft außerdem der Assistenzeinsatz. Die Soldaten führen Patrouillen durch, überwachen Grenzbereiche und sichern Verkehrswege, Bahnhöfe sowie Notunterkünfte, heißt es in der Aussendung. Derzeit unterstützen 1.596 Berufs- und Zeitsoldaten österreichweit die Polizei. Die meisten Kräfte befinden sich in der Steiermark (957), gefolgt von Kärnten (255), Salzburg (238), Tirol (101) und dem Burgenland (33), zwölf Soldaten gehören zum Streitkräfteführungskommando.

(apa/red)

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