Registrierkassenpflicht: Mehrheit der Wiener Unternehmen noch ohne Gerät

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Zu Jahresbeginn wurde die Registrierkassenpflicht eingeführt.
Zu Jahresbeginn wurde die Registrierkassenpflicht eingeführt. - © apa (Sujet)
Die meisten von der Registrierkassenpflicht betroffenen Wiener Unternehmen haben noch kein entsprechendes Gerät.

Seit Jahresbeginn müssen heimische Betriebe mit einem Jahresumsatz ab 15.000 Euro ebenfalls eine Registrierkasse haben. In Wien betrifft diese Pflicht rund 20.000 zusätzliche Unternehmen, sagte Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck im APA-Gespräch. Die meisten davon – der Kammerchef geht von 10.000 bis 15.000 aus – haben noch kein Gerät um die neuen Vorgaben zu erfüllen. Genaue Daten zum aktuellen Deckungsgrad hat die WKW allerdings nicht vorliegen. Die Zahl sei vielmehr eine Schätzung, die sich aus dem Feedback der Mitglieder ergebe, so Ruck am Rande der Registrierkassenmesse in den Sofiensälen, die die Kammer derzeit veranstaltet. Dort stellen 58 Anbieter ihre Geräte bzw. Softwarelösungen noch bis 5. März aus.

Registrierkassen: Wiener Betriebe noch nicht gut ausgestattet

Der noch hohe Bedarf bei den neu betroffenen Unternehmen beunruhigt den WKW-Chef allerdings nicht. Er gab zu bedenken, dass die letzten Verordnungen dazu erst knapp vor Jahresende – also kurz vor Inkrafttreten des Gesetzes – erfolgt seien und außerdem derzeit bei den Herstellern der Kassen teilweise Lieferengpässe bestünden. Was die Fragen der Unternehmer betrifft, gehe es aber inzwischen mehr um technische Fragen – sprich: Welches Gerät ist für meine Branche oder meinen Betrieb am besten geeignet? Unsicherheiten, ob oder inwiefern der einzelne Firmeninhaber überhaupt von der neuen Regelung betroffen ist, seien inzwischen großteils geklärt.

Grundsätzlich dürfte die umstrittene Registrierkassenpflicht den Unternehmern in der Hauptstadt aber nicht allzu viele schlaflose Nächte bereiten. “Wir haben vor kurzem eine Umfrage mit einem Sample von 1.000 Personen gemacht, welche Themen sie am brennendsten beschäftigen. Die Registrierkasse war da nur an achter Stelle”, erklärte Ruck. Dinge wie Lohnnebenkosten, Arbeitszeitflexibilisierung oder das Sozialversicherungsrecht seien als viel dringlicher bewertet worden.

Klagen bestimmte Sparten besonders laut über die neue Verpflichtung? “Es gibt kaum Unterschiede zwischen den Branchen”, versichert der Präsident – der einräumt, dass ihn das selbst überrascht habe. Im Großen und Ganzen sei nach der ursprünglichen Aufregung die Angelegenheit – nicht zuletzt dank zahlreicher Veranstaltungen der WK, wie Ruck meint – “im Kopf angekommen”: “Das wird pragmatisch abgehandelt.” “Verständlicherweise” verärgert seien die Unternehmer aber nach wie vor ob des Pauschalverdachts, unter den sie gestellt würden.

(apa/red)

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