Raddiebstahl: Nur fünf Prozent bekommen ihr Rad wieder

Raddiebstahl: Nur fünf Prozent bekommen ihr Rad wieder
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Immer mehr Menschen fahren in Wien mit dem Rad. Und immer mehr Fahrräder werden gestohlen. Das ist ärgerlich, denn erstens ist die Chance, den zuverlässigen Drahtesel wieder zu finden, sehr gering. Nur jeder Zwanzigste Bestohlene erhält sein Rad zurück. Und zweitens kostet ein Ersatzrad Geld – falls man nicht gegen Diebstahl versichert ist. 

Als Hauptstadt der gestohlenen Fahrräder gilt aber Amsterdam. „Die Grachten der Stadt bestehen zu einem Drittel aus Schlamm, dann kommt eine Drittelschicht aus Fahrrädern und dann kommt ein Drittel Wasser“, heißt es dort langläufig. Dort ist das Entsorgen „geborgter“ Fahrräder in die vielen Grachten offenbar ein beliebter Freizeitsport. Aber auch in Wien „verschwinden“ Fahrräder gerne. Durchschnittlich 24 Fahrräder werden in Wien täglich als gestohlen gemeldet. Die Dunkelziffer ist weit höher, weil der Diebstahl unversicherter Fahrräder meist gar nicht angezeigt wird. Auf fast 200 Millionen Euro wird der Schaden durch Fahrraddiebstähle bundesweit pro Jahr geschätzt.

Eine Studie des Verkehrsministeriums lässt den Schluss zu: Werden sie Radfahrer im Burgenland, dort verschwinden pro 1.000 Fahrräder nur 2,5 im Jahr. Am anderen Ende der Skala taucht Wien auf. Dort werden acht von 1.000 Rädern pro Jahr entwendet. Auch die besonders beliebten Orte für Diebstahl kennt das Ministerium: Sie passieren zu zwei Dritteln in Wohngebäuden, Bahnhöfen und auf der Straße.

Natürlich: Am sichersten ist das Rad in der eigenen Wohnung. Dort kann es zwar dekorativ wirken, aber dort erfüllt es nicht seinen Zweck als Verkehrsmittel. Radfahren ist umweltfreundlich und gesund, deshalb steigen ja immer mehr Menschen auf das beinbetriebene Zweirad um – und haben das Risiko des Diebstahls. Mitunter kommen die Fahrradeigner auf die absurdesten Ideen, um ihr Rad davor zu schützen. So werden wertvolle Räder von Diebstahlsopfern mit Sprays und Feilen bearbeitet, damit sie schäbig und billig wirken. Damit mag man durchkommen, es ist aber keine sichere Bank. Denn das Verkehrsministerium stellt in seiner Studie fest, dass  die Hälfte aller gestohlenen Räder weniger als 500 Euro wert war.  Bleibt als Rat: Ein sicheres Absperrschloss und eine Diebstahlversicherung.

Text: Gerd Millmann

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