Protestmarsch der Asylwerber von Traiskirchen nach Wien später gestartet

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Beim Flüchtlingsmarsch nach Wien gegen die Situation im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen
Beim Flüchtlingsmarsch nach Wien gegen die Situation im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen - © APA
Rund 200 Personen, davon 150 Asylwerber marschieren seit Samstagvormittag von Traiskirchen nach Wien. Der Protestmarsch gegen die Situation im Erstaufnahmezentrum konnte erst mit einiger Verspätung beginnen – Grund dafür war eine Anwesenheitskontrolle.

Am Samstagvormittag gegen 11:00 Uhr sind die Asylwerber aus der Aufnahmestelle Traiskirchen zu ihrem angekündigten Protestmarsch nach Wien aufgebrochen. Nach Angaben der Polizei machten sich rund 200 Personen, etwa 150 Asylwerber und 50 Sympathisanten, auf den etwa 35 Kilometer langen Fußmarsch in Richtung Bundeshauptstadt.

Aufbruch nach Wien mit Verspätung

Der Protestmarsch hat rund zwei Stunden Verspätung. Flüchtlingsbetreuer machten Behinderungen durch die Behörden dafür verantwortlich, das Innenministerium wies diese Darstellung entschieden zurück. Vorfälle hat es nach Angaben der Polizei bisher nicht gegeben, die Kundgebung verläuft friedlich.Hans-Georg Eberl, einer der Organisatoren berichtete, dass man in der Früh noch eine Anwesenheitskontrolle im Lager durchgeführt habe. Deshalb habe sich der Protestmarsch erst gegen 11.00 Uhr in Bewegung setzen können und nicht wie geplant schon um 9.00 Uhr. Das Innenministerium wies den Vorwurf der Behinderung zurück.

Anwesenheitskontrolle in Traiskirchen

Ein Sprecher erklärte, es gebe in dem Lager täglich eine Standeskontrolle, auch an Wochenenden. Darauf werde in Aushängen in verschiedenen Sprachen auch aufmerksam gemacht. Dies sei wegen des hohen Belags von rund 1.400 Asylwerbern notwendig, um sich einen Überblick zu verschaffen. Dabei handle es sich um Routine und nicht um eine Behinderung der Aktion.

Wenn eine Abwesenheit begründet sei, etwa wegen eines Arztbesuches, dann gebe es kein Problem. Aber auch wenn jemand von seinem verfassungsmäßigen Demonstrationsrecht Gebrauch mache, gebe es keine Konsequenzen, versicherte der Ministeriums-Sprecher. Auch ein Polizeisprecher wies den Vorwurf von Flüchtlingshelfern entschieden zurück, wonach Polizisten den Asylwerbern vor Verlassen der Erstaufnahmestelle mit Problemen gedroht hätten.

Der Protestmarsch: Route und Anliegen

Der Protestmarsch führt von Traiskirchen entlang der Badner Bahn nach Wien. Am Abend soll der Protestzug den Asylgerichtshof in der Laxenburger Straße erreichen. Nach einer Kundgebung dort will man in die Innere Stadt, konkret in den Sigmund-Freud-Park, weiterwandern. Dort soll ein mehrtägiges Protest-Zeltlager errichtet werden.

Der Protest richtet sich nicht in erster Linie gegen die von der niederösterreichischen Landespolitik bekrittelte Überbelegung der Erstaufnahmestelle, sondern gegen die dortigen Bedingungen. Unter anderem beklagen die Flüchtlinge in Traiskirchen fehlende Winterkleidung, zu geringes Taschengeld, beengte Wohnmöglichkeiten und Schnellverfahren ohne entsprechende Berücksichtigung von Fluchtgründen.

(apa/red)

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