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Pensionierter Chefinspektor der Wiener Polizei terrorisierte seine Familie

Weil er jahrelang seine Familie terrorisierte, muss sich der pensionierte Wiener Chefinspektor vor Gericht verantworten. Weil er jahrelang seine Familie terrorisierte, muss sich der pensionierte Wiener Chefinspektor vor Gericht verantworten. - © APA
Ein 64-jähriger pensionierter Chefinspektor der Wiener Polizei soll jahrelang seine Familie terrorisiert haben. Ab Dienstag muss er sich deswegen vor dem Straflandesgericht verantworten. Zur Last gelegt werden ihm fortgesetzte Gewaltausübung, Freiheitsentziehung, schwere Nötigung und gefährliche Drohung. Psychoterror und Schläge – etwa mit einer Fliegenklappe und einem Hosenspanner – sollen für die drei Töchter im Alter von acht, elf und 14 Jahren sowie die 42-jährige Ehefrau beinahe auf der Tagesordnung gestanden sein.

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Der Beamte dürfte im Lauf der Jahre systematisch den freien Willen seiner Familie gebrochen haben. Der als Kontrollfreak beschriebene Mann soll den Alltag seiner Frau streng überwacht haben, der er den Kontakt zu ihren Eltern verbat und das Verlassen der Wohnung nur zu Einkaufszwecken oder der Erledigung dringend nötiger Geschäfte gestattete. Auch den Reisepass hatte er der Frau abgenommen. Den Kindern gestattete er ebenfalls nur einen eingeschränkten Bewegungsspielraum.

Pensionierter Chefinspektor wurde handgreiflich

Wenn sich seine Angehörigen ihm widersetzten, wurde der Familienvater laut Anklage handgreiflich, wobei vor allem die älteste Tochter regelmäßig Ohrfeigen und Schläge versetzt bekam. Er spielte auch gern den starken Mann, indem er mit seinen insgesamt fünf Schusswaffen hantierte, wobei er zwei Pistolen und ein halbautomatisches Gewehr illegal besaß. Durch demonstratives Drehen an der Trommel eines Revolvers brachte er die Familie dazu, sich seinen Wünschen zu beugen.

2011 alarmierte die Tochter die Polizei

Die für die Betroffenen unerträgliche Situation verschlechterte sich weiter, als der Kriminalbeamte pensioniert wurde und im Vorjahr ein Sohn zur Welt kam. Im Herbst 2011 holte die älteste Tochter die Polizei zu Hilfe, weil es zu Hause zu einer äußerst bedrohlichen Eskalation kam. Eine Wochen darauf kündigte der 64-Jährige seiner Frau an, er werde sie in die Psychiatrie bringen, indem er die gemeinsamen Kinder vor ihren Augen töten werde. Am darauffolgenden Tag präzisierte er seine Drohung, indem er der Frau erklärte, er werde die Kinder betäuben, sie erschießen, ihnen dann den Bauch aufschlitzen und diese zum Zeichen seiner Liebe mit roten Rosen bedecken. Seine Worte untermauerte er, indem er seinen Revolver auf einen Wäscheständer legte und neben dem Bild seiner verstorbenen Mutter eine Grabkerze anzündete.

Weil seine Frau befürchtete, der Polizist werde seine Pläne in die Tat umsetzen, flüchtete sie mit ihren Kindern ins Frauenhaus und erstattete Anzeige. Der pensionierte Beamte wurde am 7. Dezember 2011 wegen Tatbegehungsgefahr in U-Haft genommen, aus der er erst nach sieben Monaten entlassen wurde, obwohl ihn sogar das Wiener Oberlandesgericht (OLG) noch erkennbar für gefährlich hält. (APA)



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