Pausensprache Deutsch wird in Bundesländern abgelehnt: Auch Wien dagegen

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Pausensprache Deutsch wird in Bundesländern abgelehnt: Auch Wien dagegen
Deutsch als verpflichtende Pausensprache an Schulen: Das können sich die meisten Bundesländer wenn dann nur als “Light”-Variante vorstellen. Generell stößt der Vorschlag jedoch auf Ablehnung, so auch in Wien.

Eine Deutschpflicht an den Schulen auch in der Pause stößt in den meisten Bundesländern auf Ablehnung. Man könne sich eventuell auf eine “Light”-Variante einlassen, sprich, die Pausensprache Deutsch wird als unverbindliche Empfehlung wahrgenommen. Vor allem in Oberösterreich, Ursprungsland der Diskussion, herrscht derzeit ein Tauziehen zwischen “Pflicht” und “Bemühen”.

Laut schwarz-blauem Regierungsübereinkommen soll “sichergestellt werden, dass nicht nur während des Unterrichts, sondern auch in den Pausen und auf dem gesamten Schulareal deutsch gesprochen wird”. Der zuständige LHStv. Thomas Stelzer (ÖVP) möchte das in den Hausordnungen verankern, allerdings ohne Konsequenzen. Der zuletzt vom Landesschulrat ausgearbeitete Textentwurf liest sich noch milder: “Wir bemühen uns, auch außerhalb des Unterrichts Deutsch als gemeinsame Sprache zu verwenden”, heißt es darin.

Deutschpflicht an Schulen: Ablehnung in Wien

Auch in anderen Bundesländern stößt der Vorschlag nicht gerade auf Beliebtheit. Burgenlands Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz hält ein Verordnen von Deutsch als einziger Pausensprache weder für sinnvoll noch für umsetzbar. Es stelle sich die Frage, wie man so ein Verbot durchsetzen wolle. Im Burgenland gibt es mehrere anerkannte Minderheitensprachen wie Kroatisch, Ungarisch und Romanes. “Das heißt, bei uns wird in den Pausen grundsätzlich in den verschiedensten Sprachen gesprochen”, so der Landesschulratspräsident.

In Wien sieht man das ähnlich: Kinder sollten eigentlich dazu gebracht werden, miteinander zu reden und sich auszudrücken. Ein Verbot der Muttersprache wäre daher kontraproduktiv, hieß es aus dem Stadtschulrat.

SP-regierte Bundesländer deutlich gegen Pausensprache Deutsch

Am deutlichsten ist die Ablehnung von Deutsch als Pausensprache in den SP-regierten Ländern. Als “undenkbar” bezeichnete etwa der Kärntner Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger die Einführung einer generellen Deutschpflicht. Aber auch eine Empfehlung werde es in Kärnten nicht geben. “Warum soll man sich etwas umhängen, nur um populistisch in Erscheinung zu treten?”, fragte sich Altersberger.

“Ich glaube, das ist nicht der richtige Weg”, hielt auch die Rektorin der Pädagogischen Hochschule Steiermark, Elgrid Messner, fest. “Einem Kind etwas zu verbieten, was es kann, nämlich seine eigene Muttersprache, ist keine Wertschätzung, sondern eine grundsätzliche Abwertung der Fähigkeiten. Das ist nicht stärkend für die weitere Lernmotivation”, entrüstete sich die PH-Rektorin. In der Steiermark heißt es ohnehin abwarten, denn zuerst werde eine Empfehlung des Landesschulrats den Pflichtschulinspektoren vorgelegt und dann an die Schuldirektionen verschickt. Das werde “bis zum Sommer dauern”, hieß es dazu aus dem Büro von Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner.

Tirol und Vorarlberg ebenfalls gegen Verpflichtung

Auch die Tiroler Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) hält eine Deutschpflicht in den Pausen für “unzulässig und nicht zielführend”. “Ich halte nicht viel davon, solche Maßnahmen von oben zu verordnen. Die Schulen wissen am besten, welche Integrationsmaßnahmen angebracht sind”, meinte Palfrader. Sollte eine Schule jedoch selbstständig eine derartige Verpflichtung einführen, könne sie sich nicht einverstanden erklären. Vielfalt müsse auf jeden Fall als Bereicherung gesehen werden und nicht als Bedrohung.Die Vorarlberger Schullandesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) lehnt zwar ebenfalls eine Verpflichtung ab. Einer Empfehlung im Sinne einer Sensibilisierung stehe sie aber aufgeschlossen gegenüber. Sie könne sich durchaus vorstellen, an die Vorarlberger Schulen heranzutreten. Diese müssten dann aber im Rahmen der Schulautonomie selbst entscheiden, ob sie einen entsprechenden Passus in die Hausordnung aufnehmen wollen oder nicht. “Sprache ist der Schlüssel zur Integration”, betonte Mennel.

Deutsch in Pausen “gute Idee” für Salzburg

Für eine “gute Idee” hält man den Vorschlag dagegen in Salzburg: “Die gemeinsame Sprache im Schulalltag macht Sinn. Eine Fremdsprache erlernt man ja auch vor Ort und im Alltag am besten”, so Roland Bieber, Leiter der Präsidialabteilung im Landesschulrat Salzburg. Zugleich könnten Probleme eingedämmt werden, etwa dass Kinder ihre Mitschüler oder Lehrer in einer anderen Sprache beschimpfen. Konkrete Empfehlungen für die Umsetzung seien vonseiten des Landesschulrats nicht vorgesehen. Das sei Sache des Schulgemeinschaftsausschusses oder des Schulforums.

In Niederösterreich seien ebenfalls keine schriftlichen Empfehlungen geplant, hieß es vom Landesschulrat. Die Schulordnung liege in der Autonomie der Schulen.

(APA/Red)

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