Paul Weller und Ernst Molden live am Jazz Fest: Und die Wiener Staatsoper bebte

Paul Weller riss die Wiener Staatsoper mit.
Paul Weller riss die Wiener Staatsoper mit. - © APA
Ernst Molden und der “Modfather” Paul Weller gaben sich am Dienstagabend in der Wiener Staatsoper ein musikalisches Stelldichein. Viele Worte, viel Stimmung und viel verdienter Applaus.

Zusammen mit Walther Soyka (Akkordeon), Hannes Wirth (Stimme, Gitarre) und Andrej Prozorov (Saxophon) spielte Molden “Ho Rugg” aus dem gleichnamigen Album. Er stellte gleich zu Anfang klar, was das Publikum in der ersten Stunde des Abends erwartet: breiter Dialekt und Musik von Österreich bis New Orleans. Dazwischen erzählte er Geschichten, mal lustig, mal traurig.

Auf Ernst Molden folgte Paul Weller

Im Gegensatz zu Ernst Molden war Paul Weller kein Mann vieler Worte. Er ließ lieber die Musik für sich sprechen, beziehungsweise schreien. Die ersten drei Nummern spielte er Schlag auf Schlag, laut und begleitet von zahlreichen Lichteffekten. Wenn es kurz einmal still war, dann nur, weil Weller das Instrument wechselte.

Zuerst das Altbekannte: Weller heizte das Publikum mit seinen großen Hits an  – und das reagierte prompt. Die Ersten standen bereits nach wenigen Minuten. Dann machte die Mod-Legende doch eine kurze Pause, erzählte, dass es nun doch ein Weilchen her sei, seit er das letzte Mal in Wien war. Bis zum nächsten Mal werde er aber nicht mehr so lange warten. Die Leute sind außer sich. Die ideale Voraussetzung, um die neuen Songs aus Wellers aktuellem Album zu spielen.

Jubel in der Wiener Staatsoper

“Saturns Pattern”, der Namensgeber der neuen Platte, kam im wohl bekannten Weller-Sound daher, der mittlerweile ans Klavier gewechselt ist. Die zweite neue Nummer “Going my way” mutete zuerst als sanfte Klavierballade an und gerade als man sich fragen möchte, ob Paul Weller sich mit der rein gebrochenen, akkordischen Begleitung Richtung Altersmilde spielt, folgte eine der für ihn so typischen musikalischen Haken, zurück zu starken Gitarrenriffs und treibendem Grundbeat.

Nach diesem Ausflug ins neue Album kehrte Paul Weller doch wieder zurück zu den Klassikern. Der eine oder andere The Jam-Hit war auch dabei. Die Staatsoper bebte zu den Gitarrensoli bei “Come on let’s go” oder “Brand new toy”, auch wenn die Soundeffekte und Verzerrer nicht immer ganz konform mit der Akustik der Staatsoper gehen. Mit einer sehr melancholischen, mit viel Platz für Wellers rauchige Stimme versehenen Interpretation von “You do something to me” kam wieder etwas Ruhe in die ausgelassene Menge.

Trotz neuer Anklänge aus “Saturns Pattern” stand der Abend doch ganz im Zeichen des unverkennbaren Weller-Sounds. Zum Schluss wollte das Publikum ihn einfach nicht gehen lassen – und das war auch nicht verwunderlich, nach der durch und durch gelungenen Performance.

(APA)

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