11. Juli 2011 08:15; Akt.: 11.07.2011 08:15

Otto von Habsburgs Begräbnis 12 Jahre geplant

Die Kinder des verstorbenen Otto von Habsburg (1912 - 2011), Karl (v.l.), Gabriela und Georg von Habsburg Die Kinder des verstorbenen Otto von Habsburg (1912 - 2011), Karl (v.l.), Gabriela und Georg von Habsburg - © Lukas Barth/dapd
“Ich organisiere bereits seit zwölf Jahren an den Begräbnisfeierlichkeiten für meinen Vater. Er ist ja 98 Jahre alt geworden – da muss man sich eben zu einem vernünftigen Zeitpunkt damit auseinandersetzen wie das Ganze ablaufen soll”, so der Sohn von Otto von Habsburg.

Der am Montag verstorbene Otto Habsburg-Lothringen (Otto von Habsburg) hat sich bei der Planung für seinen letzten Weg laut seinem ältesten Sohn Karl nicht eingemischt. “Ihm war es nur wichtig, dass es auch eine Zeremonie in Ungarn gibt, denn zu diesem Land hatte er ja eine enge Verbindung“, so Karl Habsburg am Sonntag in der Ö3-Radioreihe “Frühstück bei mir”. Die Herzurne von Otto Habsburg-Lothringen wird in Ungarn in der Benediktinerabtei Pannonhalma im engsten Familienkreis bestattet.

Ich organisiere bereits seit zwölf Jahren an den Begräbnisfeierlichkeiten für meinen Vater. Er ist ja 98 Jahre alt geworden – da muss man sich eben zu einem vernünftigen Zeitpunkt damit auseinandersetzen wie das Ganze ablaufen soll“, so Karl Habsburg.

Otto von Habsburgs letzter Wille

Das Testament von Otto Habsburg-Lothringen sei bis dato noch nicht geöffnet. “Große Schätze werden uns nicht erwarten, mein Vater musste ja nach der Enteignung ganz von vorne anfangen.” Erbstreitigkeiten zwischen ihm und seinen sechs Geschwistern schließt Karl Habsburg aus: “Unsere Eltern haben uns immer vorgelebt, dass materielle Werte keine wesentliche Bedeutung haben.” Zur “Villa Austria” im bayerischen Pöcking, Familiensitz der Habsburger, zuletzt nur mehr von Otto Habsburg bewohnt, meinte er: “Ich kann nicht ausschließen, dass wir sie nicht verkaufen.”

Abschied vom letzten Kaisersohn in Wien

Bei den Feierlichkeiten in Wien kämpft Karl Habsburg nach eigenen Angaben gerade mit dem Protokoll: “Da es kein Staatsbegräbnis ist, sondern eine Privatveranstaltung mit einer starken staatlichen Beteiligung, gibt es keine klaren protokollarischen Vorgaben, Sitzordnung oder Sicherheitsfragen sind teilweise unklar. Manche hohe Persönlichkeiten wollen nicht kommen, wenn nicht versichert wird, dass sie ganz vorne sitzen.”

Auf die gläserne Kutsche für den Kondukt werde er verzichten, der Sarg von Otto von Habsburg wird auf einem Bahrwagen zur Kapuzinergruft geführt: “Wir haben die Kutsche ja beim Begräbnis meiner Großmutter gehabt, das Pferdegespann muss in der Früh trainiert werden, wir mussten sogar den Anteil an Textil auf der Kutsche ausmessen um auszurechnen, wie schwer der Stoff bei Regen wird und ob die Pferde die Kutsche dann noch ziehen können. Das ersparen wir uns diesmal lieber.”

Auf jeden Fall werde beim Requiem im Stephansdom der Segen des Papstes verlesen, den Benedikt XVI. ihm per Fax zukommen hat lassen. Karl Habsburg: “Er segnet nicht nur meinen Vater, sondern die ganze Trauergemeinde.” 300 Mitglieder der Habsburg-Dynastie seien bereits für das Requiem in Wien angemeldet: “Eigentlich ist der Stephansdom viel zu klein für uns.”

APA/Vienna.at


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