On-Air: Pilotbetrieb von Digitalradio wurde in Wien gestartet

15 Sender über DAB+ on air - RTR hofft noch auf Teilnahme von ORF und großen Privatsendern
15 Sender über DAB+ on air - RTR hofft noch auf Teilnahme von ORF und großen Privatsendern - © APA
Am Donnerstag, den 28. Mai, gingen 15 Radioprogramme im Großraum Wien im Rahmen eines Digitalradio-Pilotbetriebs on air. Neben bestehenden UKW-Radios wie Arabella, NRJ oder Lounge FM gibt es ganze Reihe völlig neuer Anbieter, die ab sofort über den Digital-Standard DAB+ ausgestrahlt werden.

Herold startete etwa mit einem Soft Rock & Pop-Format, Now Radio bringt christliche und jugendfreie Musik, der Autofahrer-Club ARBÖ ein Verkehrsinformationsradio, Karl Habsburgs Radioprojekt SoundTrax liefert Filmmusik und Arabella bietet neben dem gewohnten Schlager-und Oldies-Format auch noch ein Rock-Radio. Der ORF und der Privatsender Kronehit machen vorerst nicht mit.

Digitalradio in Wien gestartet

Thomas Pöcheim, Obmann des Vereins Digitalradio Österreich sprach beim Launch in der Rundfunk und Telekom Regulierungsbehörde (RTR) von einem Meilenstein. “Radio ist der letzte Rundfunkbereich in Österreich, der noch nicht digital-terrestrisch ausgestrahlt wird. Daher ist DAB+ der zeitgemäße und logische nächste Schritt, damit sich Hörfunk auch langfristig als wichtigster Tagesbegleiter behaupten kann”, so Pöchheim.

Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des RTR-Fachbereiches Medien, meinte, dass die erfolgreiche Einführung von Digitalradio die “Unterstützung möglichst aller Hörfunkveranstalter” brauche – der öffentlich-rechtlichen ebenso wie der privaten. “Es wäre erfreulich, wenn auch andere, heute noch skeptische Radioveranstalter an dem Piloten teilnehmen würden”, meinte Grinschgl in Richtung ORF und der großen Privatradios.

“Lebenserwartung von UKW-Radio darf nicht künstlich verkürzt werden”

Michael Wagenhofer, Geschäftsführer der ORF-Sendetechniktochter ORS, die die terrestrische Verbreitung von DAB+ abwickelt, wies darauf hin, dass es einen programmlichen Mehrwert brauche, damit Digitalradio zum Erfolgsmodell werde. Alle Marktteilnehmer, auch der ORF, müssten die Chance zur Entwicklung auf DAB+ haben. Zugleich dürfe der Umstieg von UKW auf DAB+ “nicht mit der Brechstange” erfolgen. “Die Lebenserwartung von UKW-Radio darf nicht künstlich verkürzt werden.” Wagenhofer rechnet mit einer Übergangsfrist von “auf alle Fälle mehr als zehn Jahren”.

Ab 30 Euro im Handel erhältlich

Der Digitalradio-Pilotbetrieb in Wien, der technisch bis zu 2,1 Millionen Menschen erreicht, läuft vorerst vom 28. Mai 2015 bis 31. März 2016. Danach ist eine Verlängerung des Tests möglich. Spätestens ab 2018 soll Digitalradio österreichweit im Regelbetrieb laufen. Zehn Prozent der Radios in Österreich sind derzeit DAB-fähig, im Vorjahr wurden etwa 80.000 Geräte verkauft. Digitale Radiogeräte sind ab 30 Euro im Handel erhältlich.

(APA/Red.)

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