Neujahrskonzert 2016 ist für Mariss Janson “fast etwas Heiliges”

Dirigent Mariss Jansons und die Wiener Philharmoniker.
Dirigent Mariss Jansons und die Wiener Philharmoniker. - © APA
Das Neujahrskonzert im Wiener Musikverein steht vor der Tür. “Das ist etwas ganz Besonderes für jeden Künstler – und jeden Dirigent”, zollte der heurige Dirigent Mariss Jansons bei der Präsentation am Dienstag seiner Aufgabe Respekt.

“Das kann man mit keinem anderen Konzert vergleichen. Das ist fast etwas Heiliges.”

Die Auswahl für das heurige Konzert ist dabei alles andere als leicht gefallen, erinnerte sich Philharmoniker-Vorstand Andreas Großbauer an den langen Prozess mit dem als kritisch geltenden , 72-jährigen Letten, der die Veranstaltung heuer zum dritten Mal leiten wird: “Es ist vom ersten Programmentwurf ein Stück übergeblieben.”

Abwechslungsreiches Programm

“Nun ist das Programm neu, frisch”, freute sich der Dirigent. Man habe eine gute Balance zwischen unbekannteren und beliebten Werken gefunden. Traditionell verknüpft man dabei das Neujahrskonzert immer auch mit Jubiläen und Gedenktagen – aktuell nicht zuletzt zum eigenen.

So erinnert man 2016 an 75 Jahre Neujahrskonzert – wenn man den eigentlichen Nukleus der Institution, das Silvesterkonzert 1939, beiseite lässt und den 1. Jänner 1941 als Datum ansetzt. Nicht zuletzt hat man aus diesem Grunde mit Sony die Edition “Neujahrskonzert: Die gesamten Werke” auf den Markt gebracht, die sämtliche 319 Werke auf 23 CDs vereint, die seit 1941 bei der Veranstaltung gespielt wurden.

Wiener Sängerknaben mit dabei

Am Beginn des Konzerts 2016 steht nun Robert Stolz’ “UNO-Marsch” aus 1962 – eine Erinnerung an den 70. Jahrestag der ersten UNO-Vollversammlung, der kommendes Jahr begangen wird. Zugleich ist es der erste Neujahrskonzert-Einsatz für die Musik von Robert Stolz. Auch der Franzose Emile Waldteufel, “der französische Johann Strauß”, ist mit seinem Walzer “Espana” erstmals in diesem Rahmen zu hören, wie Großbauer hervorhob.

Bereits zum sechsten Mal mit von der Partie sind hingegen die Wiener Sängerknaben. Sie werden die Philharmoniker bei den beiden Strauß-Nummern “Sängerlust” (von Johann) und “Auf Ferienreisen” (von Josef) unterstützen. Überhaupt dominieren die verschiedenen Strauß-Musiker wieder das Programm, nicht zuletzt Eduard Strauß, der jüngste Strauß-Bruder, dessen 100. Todestag im kommenden Jahr ansteht. Von ihm erklingen die beiden Schnell-Polkas “Mit Extrapost” und “Außer Rand und Band”.

Sicherheit im Musikverein

Angst müssten die Besucher des Goldenen Saals im Musikverein dabei ungeachtet von Terrorwarnungen nicht haben, unterstrich Großbauer. “Wir sind im Kontakt mit dem Innenministerium und werden unsere Hausaufgaben erfüllen. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Das betrifft uns alle – da müssen wir durch.”

Wer doch lieber daheim bleibt oder vermutlich eher keine Karten bekommen hat, für den überträgt der ORF wieder “das Konzert der Konzerte” (ab 11.15 Uhr in ORF 2 und Ö1), zumal der Vertrag mit den Philharmonikern gerade erst bis 2022 verlängert wurde, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. 15 Kameras sind dazu im Einsatz. In über 90 Länder der Welt mit 50 Millionen Zuschauern wird das Event ausgestrahlt, wobei neu Brasilien, Pakistan und Vietnam im Tableau sind.

Das Ballett beim Neujahrskonzert

Die Balletteinlagen wurden heuer im Park von Schönbrunn (“Kaiserwalzer”) und in der Kaiserloge in der Freudenau (“Außer Rand und Band”-Polka) aufgenommen, wobei zehn Ensemblemitglieder des Staatsballetts die Einlagen tanzen.

Der Pausenfilm rückt Salzburg mit der Dokumentation “Zauberhaftes Salzburg – 200 Jahre bei Österreich” in den Mittelpunkt. Als Tagesauftakt startet man in ORF 2 um 9.05 Uhr mit einer “matinee”, die ein Porträt von Mariss Jansons bringt. Um 10 Uhr folgt dann die Dokumentation “Prosit Neujahr! – 75 Jahre Neujahrskonzert”.

>> Mehr Informationen zum Programm gibt es hier.

(APA/Red.)

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