Neuer Rekord beim Medizin-Aufnahmetest: Fast 13.000 Bewerber im Jahr 2017

Beim Aufnahmetest zum Medizin-Studium in Wien.
Beim Aufnahmetest zum Medizin-Studium in Wien. - © APA
Die Zahl der Teilnehmer am Aufnahmetest für das Medizinstudium ist auch 2017 weiter angestiegen. Insgesamt traten 12.769 der 15.993 angemeldeten Bewerber am Freitag zu dem neunstündigen Verfahren an. Das sind 609 Prüflinge mehr als noch im Vorjahr an den Medizin-Unis in Wien, Graz und Innsbruck.

Wie schon in den Vorjahren erschienen rund 80 Prozent der angemeldeten Bewerber zum Aufnahmetest. “Das Interesse an Medizin ist ungebrochen, und wir haben auch heuer wieder einen Rekord zu verzeichnen was die Anmeldungen betrifft”, gab Anita Rieder, Vizerektorin für Lehre der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien), in einer Pressekonferenz bekannt.

6.508 Bewerber für 740 Plätze in Wien

Von den 8.030 Bewerbern in Wien erschienen 6.508 zum Aufnahmetest für einen der 740 verfügbaren Plätze. An der Medizinischen Universität Innsbruck hatten sich insgesamt 3.672 Bewerber angemeldet, davon erschienen 2.811. An der Med Uni Graz waren insgesamt 3.359 Anmeldungen eingegangen, 2.712 Personen nahmen dann teil. In Linz kamen 729 der angemeldeten 932 Bewerber. Insgesamt werden 1.620 Plätze vergeben, auf einen Studienplatz kommen also rund acht Testteilnehmer.

Die Zahl der Testteilnehmer hat sich seit Einführung der Aufnahmeverfahren 2006 vervielfacht: Waren es 2006 erst 4.370 Bewerber, hatte sich diese Zahl bis 2013 auf 8.364 fast verdoppelt und bis 2016 auf 12.769 fast verdreifacht.

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Die Zahl der verfügbaren Plätze wuchs dagegen nur leicht von 1.500 auf 1.620. Wie immer gehen 75 Prozent der Studienplätze an allen Unis an Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Bewerber aus der EU und fünf Prozent an Studienwerber aus Drittstaaten.

Auch Flüchtlinge unter den Bewerbern zum Medizinstudium

An der MedUni Wien bewerben sich dieses Jahr unter anderem auch 20 Flüchtlinge, die im Rahmen des More-Projekts, einer Initiative der österreichischen Universitäten, von Buddies und Mentoren auf den Aufnahmetest vorbereitet wurden.

Die Aufnahmetests für Humanmedizin (MedAT-H) und für Zahnmedizin (MedAT-Z) sind größtenteils ident, jedoch werden beim MedAT-Z auch Geschicklichkeit und manuelle Fertigkeiten durch Drahtbiegen abgeprüft. Heuer neu war der Bereich “Emotionen erkennen” im Testteil “Soziales Entscheiden”. Hier müssen die Bewerber in zehn beschriebenen Situationen erkennen, welche Emotion mit größter Wahrscheinlichkeit in der betroffenen Person vorgehen würde.

“Diese Aufgabe zeigt, wie hilflos mittlerweile versucht wird, die Zahl der Medizinstudierenden zu regulieren. Etwas so Subjektives wie Emotionen per Multiple Choice-Test abzuprüfen, ist eine Farce”, kritisierte die Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH), Johanna Zechmeister, in einer Aussendung den neuesten Teil des Aufnahmeverfahrens. Die ÖH spricht sich dafür aus, den Aufnahmetest abzuschaffen und fordert stattdessen einen freien Hochschulzugang und eine Ausfinanzierung der Hochschulen.

Die Resultate des Aufnahmetests werden im August bekanntgegeben.

(APA/Red)

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