Neue Spezialkarten gegen den Lärm in Wien

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Neue Spezialkarten gegen den Lärm in Wien
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Neue Spezialkarten sollen die Bekämpfung von Umgebungslärm in der Bundeshauptstadt künftig erleichtern: Auf Basis technisch aufwendiger Berechnungen wurden sogenannte Strategische Lärmkarten erstellt.

“Wien ist somit das erste Bundesland Österreichs, das die EU-Umgebungslärmrichtlinie umgesetzt hat”, freute sich Umweltstadträtin Ulli Sima (S) am Montag.

Mit der EU-Vorgabe soll in allen Mitgliedsstaaten die Basis dafür geschaffen werden, Umgebungslärm aufgrund von Straßen-, Schienen- und Flugverkehr sowie der Industrie einzudämmen. Gefordert werden dabei die Ausarbeitung von Lärmkarten und entsprechenden Aktionsplänen. Diese müssen in der Folge alle fünf Jahre aktualisiert werden.

Die Erarbeitung für Wien – durchgeführt von der Magistratsabteilung 22 (Umweltschutz) – sei ein “riesiger Aufwand” gewesen, so Sima. Allerdings seien die Problemzonen nun in noch nie dagewesener Kleinteiligkeit einsehbar. Ab morgen, Dienstag, sind die Daten dann auch online unter “http://www.umgebungslaerm.at” abrufbar. Auf dieser Internetseite des Umweltbundesamtes werden einzelne Bereiche anderer Bundesländer wie etwa Autobahnen ebenfalls schon vertreten sein. Flächendeckende Aufzeichnungen gibt es aber bisher nur für Wien – was unter anderem damit zusammenhängt, dass in der ersten Umsetzungsphase nur Städte mit mehr als einer Million Einwohner erfasst werden. Andere Städte folgen erst in fünf Jahren.

Die Lärmkarten für Wien unterscheiden Straßen- und Schienenverkehr, wobei bei Tag ein Schwellenwert von 60 Dezibel und bei Nacht ein Limit von 50 Dezibel gilt. Zonen, die diese Marke überschreiten, werden in eigenen “Konfliktplänen” dargestellt. Berechnet wurde die Schallausbreitung beispielsweise mit Hilfe von 3D-Daten des Geländes, Verkehrsmessungen und der Beschaffenheit der umliegenden Gebäudestruktur. Der Flugverkehr sei in den Wiener Plänen nicht berücksichtigt, da er in die Kompetenz des Bundes falle, hieß es.

Wenig überraschend sind in Wien vor allem die Hauptverkehrsachsen von großer Lärmbelastung betroffen. Hier würden die Schutzmaßnahmen weiter intensiviert, kündigte Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) an: “Es ist aber klar, dass eine völlige Abschirmung nicht überall – etwa am Gürtel – möglich sein wird.” Geplant sei jedenfalls ein Ausbau der Lärmschutzwände etwa im Bereich Jedlersdorfer Straße, Erzherzog-Karl-Straße und Altmannsdorfer Straße bis 2010. Zugleich verwies Schicker auf eine Reihe von unlängst realisierten Projekten – wie etwa Wiens höchste Lärmschutzwand, die im Sommer 2007 beim Theodor-Körner-Hof am Margaretengürtel in Betrieb genommen wurde.

Auch am Schienensektor, wo Bund und Stadt jährlich je 1,8 Mio. Euro in den Lärmschutz investieren, gibt es weitere Pläne: So sollen an Streckenabschnitten der Südbahn, der Westbahn sowie einigen Schnellbahnlinien Maßnahmen gesetzt werden. Zudem seien an der Südbahn zwischen Siebenbrunnengasse und Kliebergasse der Bau einer Lärmschutzwand und Fensterförderungen gesichert, betonte Sima. Die Umsetzung soll im Rahmen des neuen Wiener Hauptbahnhofs erfolgen.

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