“Neu in Wien”-Kurse für 350 neue Flüchtlingskinder in Wiens Schulen

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Heinisch-Hosek bei der Schultütenübergabe an Flüchtlingskinder.
Heinisch-Hosek bei der Schultütenübergabe an Flüchtlingskinder. - © APA
Seit vergangener Woche gehen rund 350 neue Flüchtlingskinder in Wiens Schulen. Um eine gute Integration zu gewährleisten, besuchen sie neben dem regulären Unterricht sogenannte “Neu in Wien”-Kurse. Dort wird ihnen nicht nur Deutsch beigebracht, sondern zum Beispiel auch Landeskunde.

“Die Kinder sind zum großen Teil gerade nach Wien gekommen”, erzählte Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl, die am Montag gemeinsam mit Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (beide SPÖ) und Journalisten einen “Neu in Wien”-Kurs in der NMS Svetelskystraße in Simmering besuchte. Es wurde hervorgehoben, dass derzeit rund 220.000 Kinder in der Bundeshauptstadt zur Schule gehen. Die Zahl der jetzt in das Wiener Schulwesen eingetretenen Flüchtlingskinder sei somit marginal. Unter den “Tafelklasslern” finden sich 38 Flüchtlingskinder.

Neu an den “Neu in Wien”-Kursen: Schwerpunktsetzung

An und für sich sind die “Neu in Wien”-Kurse nichts Neues, sie werden schon seit einigen Jahren angeboten. Neu ist der aktuelle Schwerpunkt: “Während der Sommerferien haben die Stadt Wien und der Stadtschulrat in Kooperationen mit vielen anderen Institutionen die Voraussetzungen für eine bestmögliche Beschulung der Flüchtlingskinder geschaffen”, hieß es heute.

Augenmerk wird dabei auf die persönlichen Bedürfnisse gelegt. An wie vielen Tagen pro Woche und wie lange die Schüler an den Sonderkursen teilnehmen, wird individuell abgestimmt. “Es gibt sehr gute Kinder, die schon Deutsch-Vorkenntnisse haben und Kinder, die bis zu ein, zwei Jahren bleiben”, erzählte Kursleiterin Sabine Mayer an der NMS Svetelskystraße.

Flüchtlingskommunikation “mit Händen und Füßen”

An den NMS finden die Kurse nicht nur schulstufenübergreifend, sondern auch standortübergreifend statt. “Das ist natürlich nicht so leicht zu koordinieren”, berichtete Mayer. Denn die Kinder sollen ja auch den Regelunterricht in jenen Fächern besuchen können, in denen die Sprache nicht so eine Barriere darstellt: “Mathematik, Turnen, Musik und Zeichen”, zählte sie Beispiele auf. Logischerweise in Deutsch, aber auch in Geografie und Biologie täten sich die Kinder, ob des noch nicht ausreichenden Wortschatzes schwer.

Anfangs werde “mit Händen und Füßen” kommuniziert, so die Pädagogin. Sie könne zwar bei Bedarf eine Lehrerin hinzuziehen, welche die Muttersprache der Kinder spricht, doch das mache sie selten. Denn die Schüler seien dann eher dazu verleitet, in ihrer Sprache zu sprechen.

69 Kurse für 350 Flüchtlingskinder in Wien angeboten

Derzeit werden in Wien 35 “Neu in Wien”-Kurse in Volksschulen und 34 in Neuen Mittelschulen (NMS) abgehalten. Diese Zahlen könnten aber noch steigen, informierte Ulrike Doppler-Ebner, Bezirksschulinspektorin und Zuständige für Sprachförderung und Integration. Die Gruppen umfassen fünf bis zwölf Teilnehmer, wobei es wichtig ist, dass Plätze frei bleiben, wurde betont – für die Kinder, die in den nächsten Tagen und Wochen nach Wien kommen.

Zusätzlich gibt es auch “Alphabetisierungskurse” für Kinder, die das lateinische Alphabet lernen müssen, so Doppler-Ebner. Die Lehrer, die die “Neu in Wien”-Sonderkurse abhalten, haben übrigens Deutsch als Fremd- und Zweitsprache studiert.

Für Flüchtlingskinder in Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) oder in Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) gibt es ebenfalls spezielle Deutsch-Förderprogramme. Nicht mehr schulpflichtige jugendliche Flüchtlinge, die nicht die Voraussetzungen für die Aufnahme in eine AHS oder eine BMHS erfüllen, können als außerordentliche Schüler in Berufsschulangebote integriert werden.

(apa/red)

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