Nationalfeiertag 2015: FPÖ pocht auf Neutralität, Grüne auf Friedenspolitik

Appelle der Parteien am Nationalfeiertag.
Appelle der Parteien am Nationalfeiertag. - © APA
Die Freiheitlichen haben am Nationalfeiertag die Bedeutung der Neutralität und Souveränität Österreichs betont. Die Souveränität sieht Parteiobmann Heinz-Christian Strache allerdings derzeit “massiv gefährdet”. Kardinal Christoph Schönborn hofft wiederum, dass die Republik auch Wertschätzung durch Migranten und deren Kinder erfährt.

In einer Aussendung kritisierte er etwa die “scheibchenweise Demontage” des Bundesheeres und die “Kapitulation” der Bundesregierung vor der “neuen Völkerwanderung”.

as Jubiläum 60 Jahre Neutralität sehen die Grünen als Auftrag für eine aktive Friedenspolitik und humanitäre Hilfe. Dass Österreich ein Verhandlungsort zur Lösung internationaler Konflikte ist, sei ein positives Zeichen, so Parteichefin Eva Glawischnig. Sie nahm den Nationalfeiertag auch zum Anlass, sich bei den zahlreichen Helfern aus der Zivilgesellschaft für die Flüchtlingsbetreuung zu bedanken.

Parteien üben Kritik an Bundesheer-Einsatz

Das Team Stronach forderte eine Budgeterhöhung für das Bundesheer, um die Grenzen effektiv sichern zu können. Die derzeitige Flüchtlingssituation zeige, “dass das Bundesheer nur Busfahrtendienste leisten kann, statt unsere Grenzen wirklich effektiv zu überwachen”, meinte Generalsekretär Christoph Hagen. Im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema forderte die JVP Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) auf, für die Sicherungsaufgaben im Grenzdienst auch Grundwehrdiener einzusetzen. Damit sollten Polizisten entlastet werden, hieß es in einer Aussendung.

Für Pensionstenverbands-Präsident Karl Blecha sollte der Nationalfeiertag unter dem Motto “Leistung, Gerechtigkeit und Sicherheit” stehen. Zur Sicherung des Sozialsystems forderte er einmal mehr die Wertschöpfungsabgabe.

Schönborn hofft auf “Liebe zu Österreich”

Kardinal Christoph Schönborn hofft anlässlich des Nationalfeiertags, dass die Republik auch Wertschätzung durch Migranten und deren Kinder erfährt. “Österreich wird sich verändern, weil Veränderung zum Leben gehört. Aber die Liebe zu Österreich, die darf ja weiter gehen”, sagte er. Schönborn betonte dabei abermals, dass er selbst ein Flüchtlingskind sei.

Bereits seit 60 Jahren habe es in Österreich “enorm viel Zuwanderung” gegeben, betonte der Wiener Erzbischof. Ohne diese könne man sich das Leben hier nicht mehr vorstellen, erinnerte er etwa an türkische Gastarbeiter, aber auch Flüchtlinge aus Ungarn, der ehemaligen Tschechoslowakei und Ex-Jugoslawien. “Liebe zu Österreich” helfe auch bei der Integration, ist sich der Kardinal sicher. Wenn sich die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dafür verschlechtern sollten, müsse man allerdings “gegensteuern”.

“Österreich ein christliches Land”

Werte und Haltungen des Evangeliums hätten Österreich geprägt, gab der Kardinal zu bedenken. Der biblische Einsatz für Fremde und Notleidende sei “in der Zivilgesellschaft sehr lebendig”, wie die aktuelle Situation im Umgang mit Flüchtlingen zeige.

Der Umstand, dass sich laut Umfragen “80 Prozent der Österreicher wünschen, dass Österreich ein christliches Land bleibt, ist ein großes Hoffnungswort”.

(APA)

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