Nach Faymann-Kritik: SPÖ mit Rücktrittsaufforderung für Sonja Wehsely

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Sozialstadträtin Sonja Wehsely in der SPÖ-Kritik.
Sozialstadträtin Sonja Wehsely in der SPÖ-Kritik. - © APA
Die Wogen gehen bei den roten Genossen hoch: Die Wiener SPÖ-Spitze hat der stellvertretende Klubchefin Tanja Wehsely nun den Rücken gestärkt. Denn Stimmen, die ihr einen Rücktritt nach ihrer Kritik an SPÖ-Chef Werner Faymann nahelegten, gab es einige.

“In Wien hat niemand einen Grund zurückzutreten, denn wir leisten gemeinsam gute Arbeit für diese Stadt”, war Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler per Aussendung um ein Machtwort bemüht.

Nevrivy, Bezirksvorsteher in der Donaustadt, hatte zuvor der Schwester von Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) wegen ihrer Kritik an Bundeskanzler Werner Faymann einen Rücktritt nahegelegt. Nicht gerade zur Freude von Niedermühlbichler. “Wir lassen uns die Personaldebatte nicht nach Wien tragen”, mahnte er die Parteifreunde: “Im Mittelpunkt steht die lösungsorientierte Arbeit für die Wienerinnen und Wiener, nicht persönliche Befindlichkeiten oder interne Debatten.”

“Einigkeit” in der SPÖ

Der Landesparteisekretär sprach weiterhin von “Einigkeit”. Diese habe sich zuletzt am Landesparteitag gezeigt, verwies er auf den einstimmig beschlossenen Leitantrag zur Flüchtlingslinie. Bei diesem Treffen der Genossen hatten rund 100 von knapp 1.000 Wiener Delegierten zu Beginn der Rede Faymanns den Saal verlassen.

Schelte gab es heute auch von Klubchef Christian Oxonitsch. Er sei “erwartungsgemäß wenig erfreut” über die Rücktrittsforderung “eines Klubmitgliedes an das andere”, hielt er in einem Statement fest: “Das ist schon verwunderlich. Angesichts der letzten Wahlergebnisse ist die Sorge um die Zukunft natürlich verständlich. Es ist aber klar, dass es keine Patentrezepte gibt.” Es gehe aber letztendlich darum, “dass sich die Sozialdemokratie auch künftig für eine sozial gerechte Politik einsetzt und damit auch Wahlen gewinnt”.

Wehsely: Rücktrittsaufforderung “schwer zu verstehen”

Die stellvertretende Vorsitzende des SPÖ-Klubs in Wien, Tanja Wehsely, hält wenig davon, dass ihr Parteigenossen nun den Rücktritt nahelegen: Die entsprechenden Forderungen seien für sie “schwer zu verstehen”, wie sie ausführte.

Die Schwester der Wiener Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) versicherte am Donnerstag, dass sie die betreffenden Genossinnen und Genossen sehr schätze. Sie habe mit ihnen immer gut zusammengearbeitet. Niemals würde sie Kollegen ihrer Fraktion, der Stadtregierung oder gar den Bürgermeister angreifen: “Nichts liegt mir ferner. Für mich ist aber ganz klar, dass es nach so einem Wahlverlust wie am Sonntag einen Chef dieser Partei geben muss, der die Verantwortung trägt. Dabei spielt ist es keine Rolle, ob dieser Faymann oder Hinz oder Kunz heißt. Ein Chef ist ein Chef und muss sich auch so verhalten.”

Sie freue sich auf weitere gute Zusammenarbeit innerhalb der Partei, “und ich nehme ihnen ihre Aussagen in der Hitze des Gefechts natürlich auch nicht krumm”. Wehsely schwor: “Mir geht es nicht um Profilierung oder Persönliches, mir geht es um die Zukunft der sozialdemokratischen Bewegung.”

(APA)

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