My Big Fat Greek Wedding 2 – Trailer und Kritik zum Film

My Big Fat Greek Wedding 2 – Trailer und Kritik zum Film
“Rache”, sagt Familienpatriarch Gus hüstelnd im Vorbeigehen. Einst wollte sich seine Tochter Toula verzweifelt von ihrer griechischen Familie losreißen, nun entgleitet ihr die eigene Teenagertochter.

Von einer sehr enggestrickten Familie, von der man nur schwer loskommt, erzählt “My Big Fat Greek Wedding 2” 14 Jahre nach dem Überraschungserfolg von und mit Nia Vardalos. Ab Donnerstag im Kino.

My Big Fat Greek Wedding 2 – Geschichte

Als wir die US-Griechin Toula (Vardalos) zuletzt gesehen haben, hat sie sich erfolgreich von ihren bevormundenden Eltern emanzipiert, indem sie sich vom familieneigenen Restaurant losgesagt und mit dem Lehrer Ian (John Corbett) einen Amerikaner und keinen Griechen geheiratet hat. Viele Jahre später hat Toula ihr Reisebüro wegen der Wirtschaftskrise verloren, arbeitet wieder im “Dancing Zorba’s”, ist in ihrer Familie das Mädchen für alles und scheint als Mutter einer 17-Jährigen genau das zu tun, was sie selbst immer gehasst hat.

Weil ihre Tochter Paris (Elena Kampouris) kurz vor ihrem High-School-Abschluss damit liebäugelt, eine Universität weit, weit weg zu besuchen, klammert Toula nämlich mehr denn je, sucht Paris’ Nähe bei Schulveranstaltungen und erdrückt sie geradezu mit ihrer Liebe. Auch die riesige Sippe Portokalos macht Druck und will der entnervten Paris einen jungen Griechen verschaffen, damit sie in Chicago bleibt. Toulas Ehemann Ian fühlt sich bei alldem vernachlässigt, die Romantik scheint verschwunden.

Auch bei Toulas Eltern: Die stellen fest, dass der Priester ihre Heiratsurkunde vor 50 Jahren nie unterschrieben hat und sie seitdem streng genommen “in Sünde” leben. Das ist die Gelegenheit für Maria (Lainie Kazan), ihre Beziehung zu dem grimmigen, Ouzo-trinkenden Gus (Michael Constantine) nochmal zu überdenken. Richtig in Gefahr ist die Ehe der rüstigen Griechen freilich nicht. Nicht umsonst verspricht der Titel eine weitere große, fette, griechische Hochzeit – jene Nachgeholte von Gus und Maria.

My Big Fat Greek Wedding 2 – Kritik

Die mit kleinem Budget produzierte romantische Komödie “My Big Fat Greek Wedding” hat 2002 dank erfolgreicher Mundpropaganda rund 389 Millionen US-Dollar weltweit eingespielt und Autorin und Hauptdarstellerin Nia Vardalos eine Oscar-Nominierung für ihr Drehbuch eingebracht. Dass die 53-Jährige für das Sequel unter der Regie von Kirk Jones (“Eine zauberhafte Nanny”) nach derart langer Pause den gesamten, liebevoll-exzentrischen Cast wieder vor der Kamera versammeln konnte, ist schon ein Kunststück an sich.

Vor allem Andrea Martin als allzu offenherzige Tante Voula und der bald 89-jährige Michael Constantine als Gus haben die Lacher wieder auf ihrer Seite. Letzterer beharrt weiter auf den griechischen Ursprung sämtlicher Wörter, Dinge und Personen und jagt diesmal mithilfe eines Online-Dienstes der Überzeugung hinterher, direkter Nachfahre von Alexander dem Großen zu sein. Der im Original so charmante John Corbett ist diesmal leider nicht viel mehr als Dekoration, und Vardalos selbst hält sich in punkto Slapstick-Glanzmomenten auffallend zurück.

Wie schon Teil Eins setzt “My Big Fat Greek Wedding 2” in Sitcom-Tempo auf ethnische Klischees und Vorurteile und stehen die Loslösung und gleichzeitig Notwendigkeit von Familie im Mittelpunkt. Erneut hat Vardalos als Drehbuchautorin aus dem eigenen Erfahrungsschatz geschöpft, geht aber weniger mutig und originell an die Sache heran. Immer wieder wirft sie Konflikte ein, um sie entweder gar nicht groß zu adressieren oder raschestmöglich wieder aufzulösen. Der Erzählfluss will nie so recht entstehen, Pointen bleiben in der Luft hängen und Dialoge versanden.

Nach 14 Jahren Schaffenspause wäre mehr drin gewesen, denkt man am Ende. Es hätte aber auch wesentlich katastrophaler ausgehen können, weiß man. Sieht man über die Schwächen des Drehbuchs hinweg, bleibt ein nettes Feel-Good-Movie mit Charakteren, die man immer wieder gerne trifft. Das ist schon mehr, als manch andere Sequels hinterlassen.

(APA)

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