Musiker in U-Bahn-Stationen: Grüner Margulies kritisiert die Wiener Linien

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Martin Margulies, Abgeordneter der Wiener Grünen, kritisiert den Entwurf für die "U-Bahn-Stars".
Martin Margulies, Abgeordneter der Wiener Grünen, kritisiert den Entwurf für die "U-Bahn-Stars". - © AFP (Symbolbild)
Der Grünen-Abgeordnete Martin Margulies kritisiert, dass die Musiker, die in Wiener U-Bahn-Stationen das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste verbessern sollen, keinen Lohn dafür bekommen.

Martin Margulies, Abgeordneter der Wiener Grünen, lässt mit Kritik an den Wiener Linien aufhorchen. Konkret greift Margulies die geplanten Live-Auftritte von Musikern in U-Bahn-Stationen an – ein Projekt von SPÖ-Stadträtin Ulli Sima. Der Grün-Politiker forderte am Freitag in einem Offenen Brief ein fixes Gehalt für die Künstler, die künftig im Öffi-Netz für mehr Sicherheit sorgen sollen.

Das Schreiben, das Margulies auf Facebook und auf seinem Blog veröffentlichte, tituliert ihr Verfasser als “große Bitte” an das Verkehrsunternehmen, wobei der Ton doch einigermaßen scharf anmutet. “Werft die von euch vorgeschlagenen Teilnahmebedingungen so schnell wie möglich in den nächsten Mistkübel und überlegt euch doch bitte, wie man diese an sich gute Idee auf sinnvolle Beine stellen kann”, heißt es im Text. Denn: “Es ist nicht in Ordnung von KünstlerInnen zu erwarten, dass sie mehrmals pro Woche für je 1,5 Stunden live auftreten und ihnen dafür nichts zu bezahlen.”

Grün-Abgeordneter Margulies: “So arm sind die Wiener Linien nicht”

Laut Bewerbungsformular der Wiener Linien ist es den U-Bahn-Stars erlaubt, freiwillige Spenden entgegenzunehmen. Würde es den Wiener Linien nur darum gehen, Kunst und Kultur zu fördern, könnte man über Spenden reden, meint Margulies. Allerdings sei das Ziel der Öffi-Betriebe, die subjektive Sicherheit zu heben. “Damit handelt es sich auch nicht mehr um eine Förderung, sondern um einen Job”, so der Grün-Mandatar. Eine Bezahlung sei dank des Fahrgastzuwachses durchaus drin: “So arm sind die Wiener Linien nicht.”

Öffi-Stadträtin Sima hat das Live-Musik-Projekt bei der roten Klubtagung im März vorgestellt. Die erste Bewerbungsphase läuft bis 28. Mai, ein einmonatiger Testballon startet am 6. Juli im Westbahnhof.

Margulies war kürzlich schon einmal damit aufgefallen, nicht unbedingt viel von Koalitionsräson zu halten. Er hat sich im Zuge der Heumarkt-Debatte als erster Grüner geoutet, infolge der negativen Urabstimmung nicht für die Hochhaus-Flächenwidmung zu votieren, obwohl die grüne Planungsstadträtin Maria Vassilakou und der Regierungspartner SPÖ das Projekt klar befürworten.

Wiener Linien gegen fixes Gehalt

Nach seiner Kritik per Offenem Brief haben die Wiener Linien Margulies postwendend zurückgeschrieben – und seine Forderung nach einem fixen Gehalt für die auftretenden Bands abgelehnt: “Unser Projekt bietet KünstlerInnen die Möglichkeit, sich einem Publikum zu präsentieren – aber es ist eben kein Job, es geht um Straßenmusik.”

Man werde das in den Teilnahmebedingungen präzisieren, richtete das Unternehmen Margulies aus. Hinsichtlich der Auftrittszeiten gehe es nicht um die Verpflichtung zu spielen, sondern “eher um die Fairness, dass die knappen Plätze dann auch bespielt werden”. Außerdem falle – im Gegensatz zu anderen Metropolen – für die Musikanten keine Gebühr für Auftritte an.

(APA, Red.)

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