Motorradclub Bandidos plant eine Niederlassung in Wien

Der Motorradclub Bandidos drängt nach Österreich.
Der Motorradclub Bandidos drängt nach Österreich. - © EPA
Offenbar ist der in vielen Ländern Europas aktive Motorradclub Bandidos aktuell dabei, auch in Österreich Fuß zu fassen. Medienberichten zufolge wurde in Salzburg die erste Niederlassung gegründet, eine weitere in Wien soll folgen.

Laut “Kurier” handelt es sich bei der neuen Zweigstelle in Salzburg aber noch um kein eigenes “Chapter”, wie die offiziellen Ortsverbände des Motorradklubs heißen. An der Salzburger Adresse firmiert eine GmbH, die laut Firmenbuch als “Werbe-, Internet- und Eventagentur” angemeldet ist und mit Produkten aus dem Bereich “Kampfsport, Security und Lifestyle” handelt. Das Verkaufslokal ist in den Klubfarben der Bandidos (Rot und Gold) bemalt. Zugleich tritt das Unternehmen als Veranstalter eines großen MMA-Kampfsportevents (Mixed Martial Arts) im Dezember 2014 in Salzburg auf.

Niederlassung ist eine gewaltige Provokation

Wie der “Kurier” berichtet, gilt die Eröffnung im Rockermilieu als gewaltige Provokation. Österreich soll bisher reines Territorium der Konkurrenzbande Hells Angels gewesen sein. Die Salzburger Firma soll demnächst auch in Wien eine Filiale eröffnen.

In Deutschland liefern sich die Bandidos seit Jahren mit den verfeindeten Hells Angels erbitterte Kämpfe. Mit Motorradfahren hat das nur mehr am Rande zu tun: Ermittlern zufolge geht es um die Vorherrschaft im Drogen-, Waffen- und Rotlichtgeschäft. Die Revierkämpfe werden dabei bisweilen mit äußerster Brutalität ausgetragen.

In Wien beobachtet man die Bandidos

Im Bundeskriminalamt in Wien hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage, man würde die Szene in Österreich genau verfolgen und gegen die Rockerkriminalität international vernetzt vorgehen. “Der Salzburger Polizei ist bekannt, dass der Klub in dem Haus aktiv ist”, sagte auch Polizeisprecherin Irene Stauffer. “Im Erdgeschoß des Hauses befindet sich das Geschäft, im oberen Stock die Klubräume.” Derzeit würden vonseiten der Exekutive aber keine Ermittlungen laufen: “Es gibt keine Auffälligkeiten, keine Vorfälle, keine Anrainerbeschwerden und keine Hinweise auf strafbare Handlungen.” (APA)

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